Was hat für deutsche Arbeitnehmer höchste Priorität? Dass ihre Aufgabe sie „persönlich ausfüllt und maßgeblich zur Erreichung der Unternehmensziele beiträgt.“ Wer hätte das gedacht. Nicht das Geld oder die Karrierechancen, sondern Selbstverwirklichung und die Interessen ihrer Firma?
Herausgefunden hat dies jetzt Kelly Services aus Michigan, USA. Der Personaldienstleister hat rund 100 000 Angestellten in 34 Ländern befragt – davon über 2000 in Deutschland. Ergebnis: Danach würden 44 Prozent der deutschen Mitarbeiter auch Gehaltsminderungen hinnehmen plus einem geringeren Status – Hauptsache ihre Aufgabe ist „bedeutungsvoll“.
Was damit gemeint ist? Dass deutsche Arbeitnehmer ihre Tätigkeit immer stärker hinterfragen und im Job vor allem nach Selbstverwirklichung streben, so Kelly Services.Weil ihnen eine befriedigende Aufgabe am wichtigsten ist. Eine, die „die persönlichen Fähigkeiten und das Selbstbewusstsein födert.“
Im Detail: 81 Prozent der Befragten macht ihre Tätigkeit stolz. Bei fast drei Viertel steigert die Arbeit deren Selbstvertrauen. Bei den 30- bis 47-jährigen sind es laut Kelly Services 46 Prozent, die weniger Geld und eine schlechtere Position akzeptieren, wenn sie nur eine bedeutungsvollere Aufgabe haben.
Interessantes Ergebnis der Befragung: Zwei Drittel der Mitarbeiter zwischen 48 und 65 Jahren planen, sich nach einem neuen Job umzusehen. Das dürfte gerade die deutschen Unternehmen wenig beunruhigen. Versuchen sie doch regelmässig selbst bei Personaleinsparungen, die ältere Kollegen als erste zu verabschieden. Und dass viele Unternehmen wieder mal kurz vor Entlassungen stehen, hat die Unternehmensberatung Kienbaum erst vor wenigen Tagen bestätigt.
