Die Wirtschaftskanzlei Allen & Overy hat einen neuen Marketing-Dreh gefunden: Sie hat Chelsy Davy – der Ex-Freundin des britischen Prinzen Harry – in London ein Jobangebot gemacht. Obwohl die junge Dame erst im Sommer ihren Abschluss machen wird. Geschrieben hat´s das People-Magazin „Gala“ – gleich neben einem ganzseitigen Bikini-Foto der Jura-Studentin Chelsy.
Und das, obwohl gerade die angelsächsischen Kanzleien sich tendenziell gerade eher von angestellten Anwälten trennen als neue einzustellen. So verkündete gerade die Kanzlei Linklaters, dass sie weltweit 100 bis 120 angestellte Anwälte entlassen will sowie 130-150 andere Mitarbeiter.Die britische Presse spricht obendrein von 35-70 Partnern, die Linklaters weltweit loswerden will. Das dazugehörige Restrukturierungsprogramm heisst zynischerweise „Linklaters New World“ und schreckt offenbar nicht davor zurück, Assoziationen an Aldous Huxleys Roman „Brave New World“ zu wecken.
Inwieweit Linklaters Deutschland betroffen ist? Von „vereinzelten Trennungen im Business Services Bereich“ spricht Linklaters-Partner Michael Lappe. Ob auch deutsche Partner von Bord gehen müssen, darüber verweigert die Sozietät dem „Handelsblatt“ die Auskunft.Über Partner rede man nicht. Basta. Dann tuns eben andere: Die Gerüchteküche munkelt derzeit von fünf Partnern.
Die Kanzlei hatte zuletzt von sich reden gemacht, als sie überraschend ihren angestammten Kölner Standort auflöste und stattdessen mit den zwei renommierten Juristen Wollburg und Achim Kirchfeld – beide verliessen dafür Freshfields – den neuen Standort in Düsseldorf auf der Königsallee eröffnete.
Dass die Zeiten nicht nur in London und New York härter geworden sind für die Anwälte -zumindest wenn sie sich stark auf Bankenberatung fokussiert haben -, zeigt diese Beobachtung: „Bei jeder Rechung, die ich schreibe, ruft neuerdings kurz darauf der Firmenkunde bei mir an“, stöhnte ein Anwalt aus einer der Top-10-Wirtschaftskanzleien. Und die Inhouse-Juristen rufen nicht etwa deshalb an, weil sie mit der Leistung unzufrieden seien, im Gegenteil. Das wird immer betont, erzählt er, an der Qualität der Arbeit liessen die Mandanten keinen Zweifel. Aber sie wollen alle eine Reduktionen der Rechung. Egal aus welchem Grund, mit welchem Etikett, Hauptsache niedriger.
