Für 3 von 10 Deutschen wäre zwangsweise Rückkehr ins Büro ein Kündigungsgrund

Flexible Arbeitsplatzkonzepte werden zunehmend zum Differenzierungsfaktor für Arbeitgeber, weil Beschäftige nicht aus dem Home Office zurück wollen.

Zwei Jahre Pandemie haben die Arbeitswelt transformiert. Der Erfolg des Experiments „Home Office“ macht eine Rückkehr in Vollzeitbüros zunehmend unwahrscheinlich – und das, obwohl mit dem Wegfall vieler Corona-Einschränkung am 20. März auch die Pflicht zum heimischen Büro endet.

Grund: Gerade einmal 13 Prozent der deutschen Arbeitnehmer wünschen sich die Rückkehr an den festen Arbeitsplatz. Mehr noch: Nahezu ein Drittel aller Beschäftigten in Deutschland würden ihre Stelle aufgeben, wenn von ihnen die Rückkehr an einen festen Firmenarbeitsplatz gefordert würde (30 Prozent). Das sind die zentralen Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie des amerikanischen Security-Anbieter Ivanti mit Hauptsitz in South Jordan/Utah.

Home Office, hybride Arbeitsplatzkonzepte oder selbst die Arbeit von jedem Ort aus – Stichwort „Digitale Nomaden“ – liegen in der Gunst der Deutschen vor dem klassischen Schreibtisch in der Firma. Knapp drei Viertel der Befragten gaben zudem an, dass sie lieber ihren Arbeitsort frei wählen würden, als eine Beförderung zu erhalten (73 Prozent).

Trotz ihrer Beliebtheit sind flexible Arbeitskonzepte jedoch ein zweischneidiges Schwert – sowohl für die Unternehmen wie auch ihre Belegschaft: So gab jeder elfte Befragte an, dass sich Fernarbeit negativ auf seine psychische Gesundheit auswirkt. Ablenkung durch Lärm, die Mehrbelastung durch Care-Arbeit, eine fehlende Work-Life-Balance und gerade auch der geringe Kontakt zu Kollegen haben zu einer gemischten Gefühlslage am heimischen Arbeitsplatz beigetragen.

Die Studie zeigt zudem generelle Veränderungen der Lebenswelten vieler Deutscher: Knapp ein Drittel aller Befragten hat in dieser Zeit seinen Arbeitsplatz gewechselt (28 Prozent). Der zentrale Grund für die Kündigung war für 16 Prozent der IT-Mitarbeiter und 11 Prozent der Büroangestellten einen neuen Job anzutreten, der sowohl Remote Work als auch mehr Flexibilität im Allgemeinen erlaubt.

Diese Ergebnisse sind besonders vor dem Hintergrund des Wettbewerbs um Fachkräfte von Relevanz. Bereits heute haben Arbeitgeber Mühe, Top-Talente anzuziehen und zu halten. Flexible Arbeitsplatzkonzepte werden zunehmend zum Differenzierungsfaktor für Arbeitgeber. Ein Faktor, der sogar monetäre Aspekte überwiegt: So wären 60 Prozent der befragten Arbeitnehmer aus Deutschland bereit, Einkommensverluste hinzunehmen, sofern sie von überall aus tätig sein können.

Alle Zahlen & Fakten des „Everywhere Workplace Report 2022“ in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Ivanti

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Alle Kommentare [2]

  1. 3 von 10? Wir denken tatsächlich, dass die Quote höher gehen kann, wenn andere Arbeitgeber attraktive Arbeitsplätze flexibel ausschreiben. Grüße thorsten von jobathome.de

  2. Mega: Wir bestellen unser Essen nach Hause, lassen uns Kleidung, Bücher und alles andere liefern, Sport machen wir mit Peloton & Co auch @home und über Insta und Snapchat kann man wunderbar an Urlauben und tollen Erlebnisse anderer teilnehmen. Warum sollte man da gerade zum Arbeiten das Haus verlassen – wäre doch echt gruselig echten Menschen im echten Leben zu begegnen. Welcome schöne neue Welt. Ich denke ich werde eine Online Beratung gegen soziale Ängste und Panikattacken gründen;)