Das Ende von 9-to-5: Sechs von zehn Deutschen wünschen sich flexible Arbeitsmodelle

Insbesondere jüngeren Altersgruppen wünschen sich Modelle ohne starre Arbeitszeiten – und wollen selbst entscheiden, wann und wo sie arbeiten.

Die Pandemie hat die Arbeitsweise vieler Menschen verändert. Bundesweit haben Millionen Angestellte im vergangenen Jahr von zu Hause aus gearbeitet. Mit den neuen Arbeitsräumen jenseits des klassischen Büros könnte auch das Ende des traditionellen 9-to-5-Tages bevorstehen.

Das ist der zentrale Ergebnis einer Studie, die der Marktforscher Censuswide im Auftrag des US-Anbieters von Zugangsmanagement-Lösungen Okta unter mehr als 10.000 Büroangestellten, darunter über 2000 aus Deutschland, durchgeführt haben.

Auffällig: Quer durch alle Altersgruppen wünschen sich deutsche Beschäftigte flexible Arbeitsmodelle ohne starre Arbeitszeiten, Neudeutsch auch asynchrones Arbeiten genannt. Hier entscheiden Mitarbeiter selbst, wo und wann sie arbeiten.

Obwohl jeder zweite Büroangestellte diesen speziellen Begriff zuvor noch nicht kannte (53 Prozent), würden sich sechs von zehn für eine asynchrone Arbeitsweise entscheiden (59 Prozent). Bei den 16- bis 34-Jährigen sind es mit 62 Prozent nur unwesentlich mehr.

Als Vorteile werden eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben (51 Prozent) und die Möglichkeit, mehr Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen (37 Prozent), genannt. Zudem fühlt sich ein Drittel außerhalb der traditionellen Arbeitszeit produktiver (32 Prozent).

Obwohl der Trend bei jüngeren Altersgruppen zu dynamischen Arbeitsformen geht, sind 45 Prozent aller Befragten in Deutschland noch immer mit ihren traditionellen Arbeitszeiten zufrieden. Drei von zehn möchten zudem zur gleichen Zeit wie ihre Kollegen arbeiten (28 Prozent). Die Gruppe der über 55-Jährigen hält am stärksten an traditionellen Arbeitszeiten fest. Hier gab mehr als die Hälfte an, nicht in einer asynchronen Umgebung arbeiten zu wollen (51 Prozent).

Unterschiede zwischen den Generationen zeigen sich nicht nur bei den Arbeitszeiten. Mehr als ein Viertel der über 55-Jährigen möchte am liebsten wieder Vollzeit im Büro arbeiten, sobald die Einschränkungen aufgehoben werden (27 Prozent) – verglichen mit nur 13 Prozent der 16- bis 34-Jährigen.

In dieser Altersgruppe wünscht sich jeder Zweite einen hybriden Ansatz, bei dem sie sowohl im Büro als auch von zu Hause arbeiten (49 Prozent). Bei den 45- bis 54-Jährigen sind das nur 37 Prozent, bei den über 55-Jährigen nur ein Drittel (34 Prozent).

In Bezug auf die Rückkehr ins Büro gaben 22 Prozent der über 55-Jährigen an, dass sie sich auch ohne zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, wie Social Distancing oder Maskenpflicht, sicher fühlen würden. Bei den  16- bis 34-Jährigen waren es nur 8 Prozent.

Weitere Zahlen & Fakten zum „New Workplace Report“ in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Okta

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