Wie sich die Hochburgen der Chipproduktion seit 1990 verschoben haben

In den vergangenen 30 Jahren haben vor allem Taiwan, Südkorea und China zugunsten von Europa und den USA bei der Halbleiterfertigung zugelegt.

Die Versorgungskrise mit Halbleiterbausteinen in vielen Industrien ist spätestens seit Ausbruch der Corona-Pandemie vor knapp zwei Jahren in aller Munde: Ob fehlende Chips für Autos oder für Spielkonsolen – es gibt kaum eine Industrie, die nicht von unterbrochenen Lieferketten und Versorgungsengpässen betroffen wäre.

Wenig verwunderlich also, dass bereits Stimmen laut wurden, die stärkere Investitionen in Europa fordern, um neben Infineon und ST Microelectronics noch weitere größere Halbleiter-Player zu etablieren.

Tatsächlich zeigt eine Studie der Boston Consulting Group und der weltweiten Halbleitervereinigung SIA (Semiconductor Industry Association), wie sehr sich die Schwerpunkte der Chipproduktion weg von einstigen Hochburgen verlagert haben (Studien-PDF).

So war im Jahr 1990 das Gros der globalen Halbleiterfertigung noch fast vollständig in den USA, Europa und Japan konzentriert. Erst in den Folgejahren starteten überhaupt heute dominante Player wie etwa Taiwan und Südkorea:

Quelle: Statista

Und auch China spielte bis weit in die 2000er Jahre noch keine große Rolle. Der Marktanteilsverlust der asiatischen Länder ging vor allem zu Lasen von Europa und den USA; Japan blieb vergleichsweise konstant.

Und bis 2030 soll der Trend weiter weg von den westlichen Industriestaaten hin in Richtung Asien laufen – wenn auch mit gebremsten Tempo. Es sei denn, die Länder der EU einigen sich doch noch auf eine industriepolitisch geförderte Ansiedlung.

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