Die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer fordert Recht auf Home Office und flexibles Arbeiten

Auf weniger als ein Fünftel der hiesigen Arbeitnehmer hatte die Corona-Pandemie negative Auswirkungen aufs Arbeitsleben; bei einem Viertel hatte sie sogar positive Folgen auf Zeitmanagement und Flexibilität im Arbeitsalltag.

Flexibles Arbeiten auf dem Vormarsch – getrieben durch Corona, aber auch die Wünsche der Arbeitnehmer in Deutschland. Demnach sind fast drei Viertel der Deutschen überzeugt davon, dass Home Office und flexible Arbeitsmodelle auch nach der Pandemie häufiger vorkommen werden (71 Prozent), ergab eine kürzlich veröffentlichte Studie des amerikanischen Softwareanbieters Citrix.

Aus diesem Grund werden Arbeiten von Zuhause und flexible Arbeitsoptionen in Zukunft entscheidende Faktoren sein, um Arbeitnehmer zu gewinnen und an Unternehmen zu binden. So ist jeder zweite Deutsche der Meinung, dass Unternehmen nicht attraktiv für Arbeitnehmer sind, wenn sie keine flexiblen Arbeitsoptionen anbieten (50 Prozent).

46 Prozent der Studienteilnehmer geben an, dass sie bei einem Jobwechsel nur eine Stelle annehmen würden, die Arbeiten von Zuhause oder flexible Optionen bietet. Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich zudem ein gesetzlich verankertes Recht auf Home Office und Remote-Arbeit (51 Prozent).

Erstaunlicherweise ist weniger als ein Fünftel der Befragten der Meinung, dass sich die Pandemie negativ auf ihr Arbeitsleben und ihre Karriere ausgewirkt hat (19 Prozent). Immerhin ein Viertel würde sogar sagen, dass sie im Hinblick auf Zeitmanagement, Flexibilität und Gesamtleistung positive Auswirkungen hatte (26 Prozent).

Darüber hinaus meint mehr als ein Drittel, dass ihr Privatleben positiv beeinflusst wurde (36 Prozent). Der Wegfall des Pendelns habe ihnen die Möglichkeit gegeben, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen (14 Prozent), sich einem Hobby zu widmen (11 Prozent) oder einfach mehr Schlaf zu bekommen (14 Prozent).

Im Ergebnis favorisiert rund die Hälfte der Befragten nach der Pandemie ein hybrides Modell, bei dem sie sowohl im Büro als auch aus der Ferne arbeiten können (48 Prozent). Nur 15 Prozent wollen ins Büro zurückkehren und jeden Tag von dort arbeiten.

Viele Unternehmen haben vor der Pandemie weder mobiles Arbeiten noch Home Office angeboten, weil sie befürchteten, dass Mitarbeiter weniger als im Büro arbeiten würden. Die Studie zeigt jedoch, dass mehr als drei Viertel der Befragten mindestens genauso lange arbeiten (77 Prozent), wobei es bei 34 Prozent sogar länger als im Büro ist.

Weitere Zahlen & Fakten zum Arbeitsalltag in Deutschland knapp ein Jahr nach dem Beginn der Corona-Pandemie in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Citrix

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Alle Kommentare [2]

  1. Sicherlich liest jede(r) Statistiken mit ihrer / seiner ganz eigenen Brille, aber ich kann da nicht nur positive Effekte von H.O. entdecken. Sicher wird „Arbeiten von zu Hause“ nach der Krise mehr praktiziert werden, das haben wir jetzt ja gelernt. Und dass sich 48% ein Hybrid-Modell wünschen, mit dem sie „jeden Tag wählen“ können, ob sie „remote oder vom Büro aus arbeiten“, ist absolut nachvollziehbar: als Arbeitnehmer kann man sich´s also frei wählen, hat also maximale Flexibilität – aber welches Unternehmen soll das organisatorisch und inhaltlich noch stemmen? Was wird aus Teamfeeling, Innovation, Kreativität, den oft zitierten spontanen Gesprächen am Kaffeeautomaten? Zudem zeigen die zitierten Zahlen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt: 36% haben angegeben, dass sich ihr Leben durch Heimarbeit im letzten Jahr positiv verändert hat. Das bedeutet aber im Umkehrschluss, dass 64% dieser Aussage nicht zustimmten, d.h. für diese Menschen ist es bestenfalls gleich geblieben oder es gab negative Auswirkungen. Dazu passend sagen immerhin 40%, dass ihr „mentales Wohlbefinden“ im Vergleich zum letzten Jahr schlechter geworden ist. Mittlerweile gibt es eine Menge anderer Befragungen und fundierte Untersuchungen, die zeigen, dass es durchaus einen „Abrieb“ nach einem Jahr Heimarbeit gibt, mit entsprechendem Anstieg von körperlichen und psychischen Belastungsfaktoren. In einer anderen Befragung der letzten Woche gaben nur 10% an, nach der Pandemie „nur noch im Büro“ arbeiten zu wollen (also noch mal 5% weniger als in der vorliegenden Abfrage). Aber es gaben dort auch nur 15% an, nach der Pandemie nur noch im Home Office arbeiten zu wollen. Fazit: ja, wir alle wollen eine vernünftige Beimischung von H.O., aber zugleich wissen viele mittlerweile auch wieder die Vorteile des Büroarbeitsplatzes zu schätzen.

  2. Danke für den Kommentar. Klar, auch im Home Office ist nicht alles Gold was glänzt. Und ich glaube auch nicht, dass HO jetzt allein glückseligmachend wäre. Daher vermute ich auch, dass sich nach der Pandemie eine Art Hybrid-Modell durchsetzen wird, mit gewissen HO- und gewissen Büro-Anteilen – so wie Sie es ja auch skizziert haben.