Nicht einmal jedes zweite Unternehmen war vor Corona bereit für die digitale Zusammenarbeit

Wettbewerbsfaktor digitale Zusammenarbeit: Mitarbeiter, die häufig Social-Collaboration-Tools nutzen, arbeiten fast 40 Prozent effizienter.

Dass die Corona-Panedemie ein regelrechten Crashtest für die deutschen Unternehmen und ihre IT-Infrastruktur ist, habe ich kürzlich schon an dieser Stelle kommentiert. So legt die Krise schonungslos alle Versäumnisse bei der Digitalisierung offen, schließlich sind Firmen zu Dingen wie Telearbeit und Videokonferenzen nun regelrecht gewzungen.

Nun lässt sich all dies auch mit Zahlen belegen: So ist aktuell nicht einmal jedes zweite Unternehmen in Deutschland für die digitale Zusammenarbeit vorbereitet. Nur bei 45 Prozent von ihnen sind Collaborations-Tools bereits eingeführt oder entsprechende Projekte schon vor der Corona-Krise angelaufen.

Das ist der zentrale Befund der „Deutsche Social Collaboration Studie“, welche die Unternehmensberatung Campana & Schott aus Frankfurt und der Fachbereich Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Darmstadt zum fünften Mal erhoben haben. „Kroker’s Look @ IT“ veröffentlicht die Ergebnisse heute exklusiv vorab.

Zwar hat die jährlich durchgeführte Studie in den vergangenen fünf Jahren durchaus Fortschritte in den Unternehmen festgestellt, doch nach wie vor bleibt die Bereitstellung moderner Tools ausbaufähig.

Auf einer Skala von 1 bis 7 ist der Social-Collaboration-Reifegrad seit 2016 fast jedes Jahr gestiegen: 2020 beträgt er 4,08 – ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahreswert von 4,05. Die weiteren Vergleichsergebnisse der Jahre 2018, sowie davor 2017 und 2016 finden Sie hier.

Dabei bedeutet ein hoher Reifegrad, dass häufig aktuelle digitale Technologien für Information und Kommunikation zum Einsatz kommen, während es bei einem niedrigen Reifegrad weitgehend analoge Lösungsansätze oder etablierte Technologien wie E-Mails sind.

Noch vor fünf Jahren haben in vier von zehn Unternehmen Social-Collaboration-Initiativen überhaupt keine Rolle gespielt (43 Prozent). Bereits vor Corona hat sich diese Situation wesentlich verändert. So geben zum jetzigen Zeitpunkt nur drei von zehn Befragten an, dass ihr Unternehmen noch keine entsprechenden Projekte plant oder umsetzt (29 Prozent).

Zudem zeigt sich: Die Mitarbeiter von Unternehmen mit hohem Social-Collaboration-Reifegrad sind um insgesamt 39 Prozent effizienter als die Mitarbeiter von Unternehmen mit niedrigem Reifegrad. Dieser Effekt ist bei Firstline Workern – also Mitarbeitern im direkten Kundenkontakt oder der Fertigung – sogar noch höher (42 Prozent).

Der Haken dabei: Obwohl sie stärker von Social-Collaboration-Tools profitieren würden, bleiben Firstline Worker bei ihrem Reifegrad (3,77) aktuell immer noch deutlich hinter den Information Workern zurück (4,20). Im Vergleich zum Vorjahr konnten sie die Lücke aber immerhin von 20 auf 11 Prozent verkürzen.

Entsprechend ist auch die Arbeitseffizienz bei Firstline Workern (4,62) geringer als bei Information Workern (4,84). Dies liegt vor allem an der mangelnden Ausstattung. So hat jeder sechste Firstline Worker kein digitales Endgerät, um auf Social-Collaboration-Tools zuzugreifen. Dadurch sind sie um rund ein Viertel ineffizienter als Kollegen, die solche Tools nutzen können (26 Prozent).

Die weiteren Ergebnisse der diesjährigen Social-Collaboration-Studie in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Campana-Schott

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