Social Collaboration: Mitarbeiter in der Fertigung und beim Kunden deutlich weniger digital

Ein großer Nachholbedarf bei der Nutzung von Social-Collaboration-Tools besteht bei „Firstline Workern“ im Vergleich zu Bürobeschäftigten.

Die Unternehmensberatung Campana & Schott aus Frankfurt und der Fachbereich Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Darmstadt haben in dieser Woche zum vierten Mal ihre jährlich erhobene „Deutsche Social Collaboration Studie“ veröffentlicht.

Einer der wichtigsten Befund: Im Gegensatz zu vielen Berichten sehen die Mitarbeiter von Unternehmen im deutschsprachigen Raum die Zukunft des eigenen Arbeitsplatzes oder das Geschäftsmodell ihres Arbeitgebers durch künstliche Intelligenz (KI) eher nicht in Gefahr.

So halten es zwei Drittel der Befragten für unwahrscheinlich, dass KI sie bei ihren Tätigkeiten ersetzt. Eine Bedrohung für das Geschäftsmodell sieht nicht einmal jeder Fünfte.

Dies liegt nicht an Naivität oder fehlender Beschäftigung mit dem Thema, sondern an einer durchaus hohen Akzeptanz und realistischen Einschätzung von KI. So empfinden immerhin 42 Prozent das Gespräch mit einer Maschine qualitativ bereits als ebenso gut wie mit einem Menschen oder würden sogar den Dialog mit einem Computer vorziehen.

Insgesamt zeigt sich, dass immer mehr Mitarbeiter Social-Collaboration-Tools nutzen. So stieg der Reifegrad deutscher Firmen auf einer Skala von 1 bis 7 im Vergleich zum Vorjahr von 3,96 auf 4,05. Die weiteren Vergleichsergebnisse der Jahre 2017 und 2016 finden Sie hier.

Ein großer Nachholbedarf bei der Ausstattung und Nutzung von Social-Collaboration-Tools besteht allerdings bei sogenannten „Firstline Workern“: Das sind Mitarbeiter im direkten Kundenkontakt oder in der Produktion, die unmittelbar zur Wertschöpfung des Unternehmens beitragen.

Dazu gehören beispielsweise Mitarbeiter an der Fertigungsstraße von Automobilherstellern, Pflegepersonal in Kliniken, Fahrer, Sicherheits- und Reinigungskräfte, Kassen- und Verkaufspersonal. Sie bilden weltweit mit über 60 Prozent den größten Teil der Belegschaft.

Beim Einsatz digitaler Technologien für tägliche Arbeitsaufgaben liegen sie mit einem Reifegrad von 3,54 deutlich hinter den sogenannten „Information Workern“, sprich Büromitarbeitern (4,26).

Die weiteren Ergebnisse der diesjährigen Social-Collaboration-Studie in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Campana-Schott

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