E-Commerce in Deutschland: 83 Milliarden Euro Umsatz 2020 – plus 15 Prozent gegenüber 2019

Während der Verkauf von Waren übers Internet boom, hat sich das Geschäft mit Dienstleistungen im Vergleich zu 2019 mehr als halbiert.

Dass E-Commerce einer der wichtigsten IT-Trends ist, die durch die Corona-Pandemie beschleunigt wurden, habe ich schon mehrfach hier im Blog beschrieben. Schließlich verlagern die Menschen rund um den Globus wegen der Lockdowns ihre Käufe noch stärker als bisher ins Internet.

Deutschland war schon weit vor der Corona-Pandemie Vorreiter beim Online-Handel – und hat diese Position in der Krise weiter ausgebaut. Wie sehr, das zeigen die jüngst veröffentlichten Zahlen des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH).

Demnach stieg der Umsatz mit im Internet gekauften Waren im Gesamtjahr 2020 um fast 15 Prozent auf 83,3 Milliarden Euro – und das trotz der Stagnation im ersten Quartal. Mehr noch: Das Wachstum lag mehr als drei Prozentpunkte über dem Schnitt der drei vorangegangenen Jahre von 11,3 Prozent:

Quelle: BEVH

Zugleich ist aber das E-Commerce-Geschäft mit Dienstleistungen massiv eingebrochen: So haben sich die per Online-Handel verkauften Services gegenüber 2019 mehr als halbiert – vor allem getrieben durch die Corona-bedingten Einschränkungen bei Bahn- und Flugreisen sowie Event-Tickets.

Durch den Boom des Internet-Geschäfts mit physikalischen Gütern steigt der Anteil des E-Commerce am gesamten Einzelhandel deutlich an: Von 11,5 Prozent im Jahr 2019 auf nunmehr 13 Prozent im vergangenen Jahr:

Quelle: BEVH

Rechnet man den online eher unterrepräsentierten Food-Sektor heraus, ist der Internet-Anteil sogar noch größer: Demnach stiegen die E-Commerce-Umsätze ohne Lebensmittel auf fast 81 Milliarden Euro – das entspricht 18,5 Prozent des gesamten Einzelhandels ohne Lebensmittel. 2019 betrugt jene Quote erst 16,1 Prozent.

Laut BEVH ist E-Commerce jetzt zudem in gesamten Gesellschaft angekommen: Fast jeder dritte Onlinekäufer im Jahr 2020 war älter als 60 Jahre. Vor Jahresfrist lag der Umsatzanteil der Kundinnen und Kunden in dieser Altersgruppe noch unter einem Viertel. Vier von zehn Onlinekunden kaufen inzwischen mehr als einmal pro Woche im Distanzhandel.

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