40 Prozent der Deutschen haben wegen Corona mehr online gekauft – ein Viertel auch in Zukunft

Corona hinterlässt im E-Commerce deutliche Spuren. Jeder fünfte Deutsche hat heute mehr Vertrauen ins Online-Shopping als vor der Pandemie.

Dass die Corona-Krise weitreichende Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft hatte und weiterhin hat, habe ich bereits mehrfach hier im Blog beleuchtet. Das betrifft die Digitalisierung von Unternehmen wie Behörden ebenso wie etwa das Einkaufsverhalten der Verbraucher.

Konkrete Zahlen zu letzterem hat jetzt der amerikanische Anbieter von E-Commerce-Lösungen ChannelAdvisor erhoben: Dafür hat das Marktforschungsinstitut Dynata im Auftrag von ChannelAdvisor den Einfluss der Corona-Virus-Pandemie auf das Einkaufsverhalten der Deutschen, speziell beim Online-Shopping, in einer kürzlich veröffentlichten Studie untersucht.

Die zentralen Befunde der Studie:

  • Jeder fünfte Deutsche hat zwischen März und Mai bei Online-Händlern gekauft, bei denen er bisher noch nie eingekauft hat (20 Prozent).
  • Zwei von fünf befragten Deutschen haben in der Zeit von März bis Mai mehr online gekauft (40 Prozent)
  • Insgesamt ist das Vertrauen in das Shopping im Internet bei jedem Fünften gestiegen (21 Prozent) – und zwar sowohl bei der älteren Käuferschicht als auch bei den Jüngeren.

Das Ergebnis der Studie zeigt: Corona hinterlässt im E-Commerce deutliche Spuren. 25 Prozent der Studienteilnehmer beabsichtigen, auch langfristig mehr im Internet einzukaufen. Besonders ausgeprägt ist der Trend bei den 18- bis 25-Jährigen. 41 Prozent gaben an, weiterhin mehr im Web shoppen zu wollen. Bei den Konsumenten über 55 will noch jeder Zehnte in Zukunft verstärkt Geld im Internet ausgeben.

Geschlossene Geschäfte und viel Zeit zuhause mit eingeschränkten sozialen Kontakten gaben vielen Gelegenheit, im Internet nach neuen Produkten zu stöbern. Dabei standen zu Beginn Artikel des täglichen Bedarfs im Fokus – ein Drittel kauften Medizin- sowie Beauty- und Kosmetikprodukte online (33 Prozent).

Höher im Kurs standen nur noch Bücher und Hobbybedarf mit 39 Prozent. Nachdem sich die Verbraucher in die Situation eingefunden hatten, verlagerten sich die Prioritäten und Mode sowie Elektronik rückten stärker in den Fokus: 22 Prozent wollten sich neu einkleiden und 21 Prozent neue Computer und andere Elektronik anschaffen.

Immer noch 27 Prozent planten sich kurzfristig mehr Bücher und Produkte für Freizeit und Hobby zuzulegen. Lässt man den Einkauf von Lebensmitteln außen vor, so gaben zwischen März und Mai die Männer das meiste Geld aus: Gut jeder Fünfte kaufte in dieser Zeit für über 200 Euro pro Person ein (22 Prozent).

Der E-Commerce hat von der Krise nachweislich profitiert: Jeder fünfte deutsche Verbraucher hat jetzt mehr Vertrauen ins Online-Shopping als zuvor (21 Prozent). Dabei ist der Zuwachs bei den Männern mit 24 Prozent etwas ausgeprägter als bei den weiblichen Shoppern mit einem Plus von 18 Prozent.

Ebenfalls jeder fünfte Studienteilnehmer berichtetet, dass er zwischen März und Mai Artikel bestellt hätten, die sie zuvor noch nicht online eingekauft hatten (21 Prozent). Der Grund dafür liegt sicherlich in den umfassenden Ladenschließungen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie zusammengefasst in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: ChannelAdvisor

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