Corona-Krise beflügelt die Nutzung von mobilen Apps – plus 30 Prozent gegenüber Februar

In Deutschland, Österreich und der Schweiz war der Anstieg bei der Nutzung mobiler Apps allerdings deutlich geringer als in Nord- und Westeuropa. 

Die Corona-Krise der vergangenen Montag hat nicht nur enorme Auswirkungen auf die Nutzung etwa von Collaborations- oder Videokonferenz-Tools in Unternehmen einerseits, oder beim E-Commerce von Privatnutzern andererseits gehabt – wie bereits mehrfach hier im Blog beschrieben.

Zugleich hat die Virus-Pandemie auch und gerade die App-Nutzung auf Smartphones rund um den Globus beflügelt. Das ist der zentrale Befund einer Studie des auf Nutzer-Engagement spezialisierten US-Anbieters Airship. „Kroker’s Look @ IT“ präsentiert die Ergebnisse der Studie heute exklusiv vorab.

Demnach stiegen sowohl die App-Öffnungsraten pro Nutzer als auch die durchschnittlichen direkten Öffnungsraten nach Erhalt einer Push-Nachricht weltweit von März bis Juni um 29 Prozent gegenüber den Zahlen im Februar.

Im Vergleich mit der Vorjahresanalyse zeigen die neuen Werte einen deutlichen Wachstumstrend auf. Zwar ist die globale App-Nutzung im letzten Jahr um 30 Prozent gestiegen, jedoch ging die durchschnittliche Anzahl der Öffnungssraten pro Nutzer um 28,5 Prozent zurück – global auf 17,6 App-Öffnungen pro Nutzer pro Monat. Ähnlich sanken die globalen durchschnittlichen Öffnungsraten von 6,44 Prozent auf 6,35 Prozent (-1,4 Prozent).

Auch die durchschnittliche Nutzung von standortbezogenen Diensten ist seit Beginn der Pandemie im März jeden Monat gestiegen. Die durchschnittlichen Location-Opt-In-Raten, also die Anzahl der Nutzer, die ihren Standort über Apps freigeben, stiegen bis einschließlich Juni weltweit um satte 39 Prozent. Ein Wert, der seit 2018 nicht mehr erreicht wurde und mit Einführung der DSGVO rückläufig war – vor der Pandemie gingen diese Zahlen sogar um weitere 2,5 Prozent auf 7,7 Prozent zurück.

Betrachtet man die App-Nutzung in Bezug auf Branchen, so verzeichnet der Einzelhandel mit 23,1 Prozent weiterhin die höchste Standort-Opt-In-Rate unter den zwölf in der Studie vertretenen Segmenten. In drei Branchen haben sich die durchschnittlichen Standort-Opt-In-Raten von März bis Juni 2020 mehr als verdoppelt, und zwar im Bereich Medizin, Gesundheit und Fitness (+150 Prozent), Finanz- und Versicherungswesen (+128 Prozent) sowie Reisen und Verkehr (+116 Prozent).

Mit Blick auf Europa zeigt sich, dass Nutzer innerhalb der nördlichen und westeuropäischen Länder wie Schweden, Dänemark und Belgien den höchsten Anstieg bei der Nutzung mobiler Apps verzeichnen. Die Anzahl der Apps, die während der Pandemie pro Nutzer geöffnet wurden, stieg um über 50 Prozent im Vergleich zu den Nutzergewohnheiten vor dem Lockdown.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz war der Anstieg deutlich geringer: Hier liegt die Schweiz mit knapp 35 Prozent vor Österreich (17,3 Prozent) und Deutschland bildet das Schlusslicht mit (15,7 Prozent).

Weitere Zahlen & Fakten zum Stand der weltweiten Mobilnutzung 2020 in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Airship

Verwandte Artikel:

App-Marketing: Push-Benachrichtigungen verdoppeln Nutzer-Engagement von Apps

Smartphone-Trends 2020: Nutzerzahl wächst um 300 Millionen auf 3,5 Milliarden

Die App-Trends 2020: Umsätze mit mobilen Apps wachsen auf 190 Milliarden Dollar

Die Hälfte des Internet-Traffics kommt von Apps – und 64 weitere App-Statistiken

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*