Krokers RAM: Wo bleiben die 5G-Startups aus Deutschland?

Mein Rant am Morgen: Wenn sich die Potenziale und schnelle Verbreitung von 5G wie prognostiziert einstellen, sollten Gründer jetzt vor allem Hirnschmalz darauf verwenden, welche Bereiche der neuen vernetzten Wertschöpfungsketten bei der Interaktion von Mensch und Maschine man alles besetzen kann

Ich habe erst jüngst mehrfach hier im Blog über den neuen, jetzt in vielen Ländern ausgerollten Mobilfunkstandard 5G berichtet. Denn weil es sich um viel mehr als einfach nur ein Technologie-Update handelt, sind die Erwartungen hoch.

So sollen sich allein die Technologieumsätze von 5,5 Milliarden Dollar in diesem Jahr auf 668 Milliarden Dollar im Jahr 2026 vervielfachen. Mehr noch: 5G könnte die schnellste Technologie mit einer Milliarde Nutzern werden – in nur 3,5 Jahren.

Gewiss, beides sind zunächst nur Prognosen – mit den üblichen Unsicherheiten. Klar ist aber auch: Aufgrund der riesigen Bandbreiten und kurzen Latenzzeiten ermöglicht 5G erstmals eine Vielzahl von neuen mobilen Einsatzszenarien, die bisher aufgrund der technologischen Limitationen schlicht nicht möglich waren.

Dazu zählt vor allem die Möglichkeit, alle denkbaren Geräte, Gadgets und Maschinen ohne großen Verkabelungsaufwand drahtlos mit dem Internet zu vernetzen. Das wiederum bildet die Basis für allerlei neue Geschäftsfelder wie etwa einer künftigen Machine Economy in Verbindung mit künstlicher Intelligenz.

Wenn sich die Potenziale und schnelle Verbreitung von 5G tatsächlich wie prognostiziert einstellen, frage ich mich aber noch etwas anderes: Wo sind die deutschen 5G-Start-ups aus Deutschland, die Geräte und Dienste für den neuen Standard bauen?

Hier handelt es sich neben dem B2C-Bereich, in dem sich die Deutschen ja traditionell eher schwer tun, vor allem um B2B-Szenarien, die aufgrund der industriellen Struktur der hiesigen Wirtschaft doch eigentlich als große Stärke Deutschlands gelten.

Wäre ich Gründer, würde ich mir also schleunigst anschauen, welche Bereiche der neuen, via 5G vernetzten Wertschöpfungsketten bei der Interaktion von Mensch und Maschine man so alles besetzen kann – die Chancen sind nie größer als jetzt.

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