Was Google wirklich alles über seine Nutzer weiß

Welche Google-Dienste welche Daten liefern – und welche Alternativen dabei helfen, um die Datenpreisgabe an den Quasi-Monopolisten zu verringern.

Jeder halbwegs versierte Internet-Nutzer weiß es eigentlich – der amerikanische Online-Gigant Google verfügt über diverse Quasi-Monopole: Und zwar nicht nur im Stammgeschäft Internet-Suche. Sondern auch bei der Mobilplattform Android oder der Internet-Browser Chrome.

Es liegt somit auf der Hand, dass Google durch seiner verschiedenen Dienste über mehrere geradezu unerschöpfliche Datenquellen verfügt, die unablässig sprudeln. Intelligent zusammengeführt, liefern sie Google wirklich beinahe so etwas wie den oft beschworenen gläsernen Nutzer.

Wie umfassend jener Blick inzwischen längst ist, dürfte aber selbst gut informierte User überraschen. Schließlich gehört zum Google-Imperium neben den bereits erwähnten Diensten ja auch noch der Webmailer Gmail, die Videoplattform YouTube, das Online-Werbenetzwerk DoubleClick oder der Bezahldienst Google Wallet, um nur einige zu nennen.

Entsprechend detailliert und umfassend ist das Bild, das sich Google schon heute von jedem einzelnen seiner Nutzer machen kann. Wie sehr, das hat der britische IT-Dienstleister Conosco mit Sitz in London kürzlich noch einmal sehr übersichtlich und informativ zusammengestellt.

Demnach weiß Google – vor allem anderen und wenig verwunderlich – was jeder Surfer online treibt. Also ob sich jemand auf Nachrichten-Seiten herumtreibt, Video-Clips anschaut oder ein Online-Game daddelt. Dazu tragen neben der Google-Suche auch das Doubleclick-Netzwerk, Gmail, Google News bis hin zu YouTube bei.

Fast noch spannender und aussagekräftiger – zumindest für Google als weltgrößter Vermarkter von Online-Anzeigen – sind Informationen rund um unser Kaufverhalten im Internet. Dazu tragen Daten aus der Online-Suche ebenso bei wie die Nutzung der Preisauskunft Google Shopping bis hin zu Google Wallet und Google Checkout.

Die Autoren von Conosca haben auch ein paar Tipps & Tricks parat, wie jeder einzelne die Abhängigkeit von Google – und damit die Datenpreisgabe – verringern kann. Etwa statt Chrome einen alternativen Browser zu benutzen. Ich selber nutze beispieslweise – wie schon 2011 hier im Blog beschrieben – den deutschen Chrome-Klon Iron von Srware, der eine Kopie des Google-Browsers ohne Datensammler ist.

Desweiteren lohnt es, statt Gmail einen alternativen Webmail-Dienst zu verwenden, etwa Outlook.com von Microsoft, Yahoo Mail oder Freemail vom deutschen Betreiber Web.de. Viele weiteren Infos und Tipps gibt’s in der folgenden Infografik:

Quelle: Conosco

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Alle Kommentare [2]

  1. Die Fragen sind aber auch: Was will ich verhindern? Wie groß ist der Aufwand zum Nutzen? Sind die Alternativen eine bessere Wahl?

    Dienste wie Microsoft, Yahoo etc sammeln genau so Daten wie Google. Google an sich ist nicht zwingend eine Gefahr, da aus meiner Sicht jeder gewerbliche Nutzer seine Email über die eigene Domain abwicken sollte. Nutzt man dafür deutsche Anbieter wie Strato, 1u1, Domainfactory usw. Stehen die Server sowieso in Deutschland. Größere Unternehmen betreiben eigene Mailserver in ihrer IT-Infrastruktur.
    Auch für Privatnutzer ist eine eigene Domain eine sehr gute Option. Für wenig Geld erhält man vollen Zugriff auf IMAP, POP etc und kann nebenbei eine kleine Webseite oder darauf ein Blog usw. betreiben.
    Theoretisch kommt man völlig ohne fremde Anbieter aus. Maximal Google-Drive wäre eine Option zur Nutzung eines Kontos dort. Man kann Drive völlig ohne die Nutzung anderer Dienste des Anbieters betreiben.