Google Chrome – in einem Jahr der meistgenutzte Internet-Browser?

Der Web-Browser aus dem Hause Google boomt – jeder fünfte Nutzer weltweit surft aktuell bereits mit Chrome.

Möglicherweise ist sie im ganzen Hype um das Ende Juni gestartete Social Network Google+ ja etwas untergegangen – eine andere Erfolgsgeschichte aus dem Hause Google. Eine, die jenseits von IT-Nerd-Kreisen bisher kaum wahrgenommen wurde: Die Rede ist von Googles Internet-Browser Chrome: Die Amerikaner haben die erste Version ihrer Software gerade mal vor zweieinhalb Jahren – im Dezember 2008 – auf den Markt gebracht. Laut Anfang Juli veröffentlichten Zahlen surft inzwischen jeder fünfte Nutzer weltweit mit Chrome. Damit ist der Google-Browser vor Apples Safari die klare Nummer drei im Markt; hinter Microsofts Internet Explorer (44 Prozent) sowie dem Mozilla-Browser Firefox (28 Prozent) zwar – im Gegensatz zu den Marktführern jedoch mit klar nach oben steigender Tendenz.

Der schwedische Internet-Monitoring-Dienstleister Pingdom hat die Wachstumszahlen der drei meistgenutzten Web-Browser in die Zukunft extrapoliert. Das Ergebnis: Bleibt es beim aktuellen Trend, überholt Chrome bereits im November den Rivalen Firefox und könnte im Juni des kommenden Jahres den Spitzenplatz als weltweit meistgenutzter Browser einnehmen, so jedenfalls die Prognose der Schweden. Die zudem nur die Nutzung als Browser auf gewöhnlichen Computern beinhaltet.

Quelle: Pingdom

Zusätzlich beschleunigen könnten die Entwicklung daher – je nach Markterfolg – die aktuell auf den Markt kommenden Netbooks auf Basis von Chrome OS. Grund: Der Kern des von Google entwickelten Betriebssystems ist wiederum ebenjener Chrome-Browser. Verzögern könnte den schnellen Marsch an die Spitze dagegen der chinesische Suchgigant Baidu, allein wegen der schieren Größe des Heimatmarktes: Nach monatelangen Spekulationen hat Baidu erst gestern die Vorab-Version eines eigenen Browsers in Konkurrenz zu Google und Microsoft veröffentlicht, wie das „Wall Street Journal“ berichtet.

Chrome-Kopie aus Deutschland

Kleiner Praxistipp zum Schluss: Auch ich nutze seit geraumer Zeit Chrome als meinen primären Browser, vor allem wegen der Geschwindigkeit beim Surfen sowie des flinken Programmstarts. Lange Zeit hatte ich diesen Schritt gescheut, um Google neben den bei der Internet-Suche gelieferten Daten nun nicht durchs Surfen noch weitere Informationen zu überlassen. Immerhin gab’s gerade im Umfeld des Chrome-Marktstarts diverse kritische Berichte, beispielsweise wegen der Übertragung einer eindeutigen Identifikationsnummer bei der Software-Installation. Manche Kritikpunkte haben die Amerikaner in späteren Programmversionen abgestellt.

Man kann aber auch ganz auf Nummer sicher gehen – mit einer Alternative aus Deutschland: Weil der Google-Browser auf dem offen nutzbaren, so genannten Chromium-Quelltext beruht, hat der deutsche Anbieter SRWare einen Chrome-Kopie namens Iron erstellt. Im Gegensatz zum Google-Vorbild verzichtet Iron auf das Übertragen von Daten, etwa bei Such-Vorschlägen in der Adresszeile. Eine genaue Übersicht der Unterschiede des Alternativ-Browsers gibt’s hier.

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