Nur ein Viertel aller Webseiten-Besucher stimmt der Verwendung von Cookies zu

Insgesamt springt mehr als jeder zweite Website-Besucher vor dem Abfragefenster zur Zustimmung der Cookie-Speicherung wieder ab.

Mit dem Start der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) Mitte 2018 mussten sich insbesondere viele Webseiten auf neue Bedingungen einstellen: Seitdem müssen diese die Internet-Nutzer vorab um Zustimmung zur Übertragung sogenannter Cookies fragen: Diese kleinen Textdateien speichern Informationen über besuchte Webseite, mit denen vor allem Werbetreibende Surfer im Internet verfolgen.

Allerdings sind diese Zustimmungsfenster, Neudeutsch auch Consent-Banner genannt, bei Verbrauchern wie Unternehmen unbeliebt. Die Einwilligungsraten sind gering, sinken konstant und führen zu einer geringen Datenbasis, die eine gezielte Website-Steuerung kaum möglich macht.

Zudem erhöhten Consent-Banner die Absprungrate, die sogenannte Bounce-Rate, signifikant und tragen kaum zum Erkenntnisgewinn für die Kampagnensteuerung bei. Rechtlich unwirksame Banner, die „in Richtung Zustimmung stupsen“, auch „Nudging“ genannt, oder sogar Zwangseinwilligungen irritieren nicht nur Website-Besucher, sondern können die Datenschutzbehörden auf den Plan rufen.

Der Hamburger Anbieter Etracker, spezialisiert auf Web-Analyse-Software, hat 250 Webseiten mit Cookie-Dialog und Cookie-Aktivierung nach Einwilligung von März bis Juli 2021 mit ca. 300 Mio. Besuchersessions untersucht.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Über alle Websites hinweg stimmen durchschnittlich nur ein Viertel der Besuchersessions der Verwendung von Cookies zu (24 Prozent). Ein Cookie-basiertes Tracking erfasst damit nicht einmal ein Viertel der Realität.
  • Wer die Zustimmung rechtskonform einholt, kann im Durchschnitt lediglich 14 Prozent der Besuche mit Cookies erfassen.
  • Je nach Gestaltung des Dialogs erzielen einzelne Websites auch deutlich höhere Einwilligungsraten als der Durchschnitt. Allerdings liegen auch fast ein Drittel aller Webseiten unter einer Einwilligungsrate von zehn Prozent..
  • Keine Website mit über 50 Prozent Einwilligungsrate hat einen rechtskonform gestalteten Einwilligungs-Dialog.

Consent-Dialoge können sich auch auf die Bounce-Rate auswirken, denn sie blockieren zunächst den Zugang zur Website. Nutzer verlassen vermehrt die Website direkt wieder, wenn sie Cookies nicht einfach widersprechen können, sondern quasi zur Zustimmung genötigt werden.

Insgesamt springt mehr als jeder zweite Website-Besucher vor dem Zustimmungsfenster wieder ab (54 Prozent). Wenn Nutzern die Ablehnung erschwert wird, erhöht sich die Bouncerate deutlich auf 66 Prozent. Das bedeutet: Die potenziell höhere Einwilligungsrate hat also einen hohen Preis – denn sie schreckt mehr Besucher ab und mindert damit die Conversions.

Die wichtigsten Zahlen & Fakten zu Cookies & Zustimmung in der folgenden Infografik:

Quelle: Etracker

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Alle Kommentare [1]

  1. Der Respekt vor der Privatsphäre der Nutzer fehlt leider den meisten Unternehmen. Jetzt bekommen sie die Quittung dafür.

    Danke für den guten Artikel, der das super transparent macht, was wir alle seit der Apple Anti-App-Tracking Initiative ahnen: Mehr als 85% der Nutzer lehnen Cross-Website Tracking ab.

    Bleibt den Unternehmen nur noch respektvoll und datenschutzkonform mit dem Nutzer umzugehen. Dass das geht zeigt beispielsweise der Vergleichsdienst geizhals.de, der bei Erkennen des Do-Not-Track Signals des Browsers dem Nutzer gleich Respekt zollt und anzeigt, ihn nicht zu tracken.

    Aber auch einige europäische Tracking und MarTech Anbieter sind auf dem richtigen Weg und bieten rechtskonformes Tracking „Cookie-less“ auf Grundlage des „berechtigten Interesses“ an. Damit bekommt man als Unternehmen alles unter einen Hut: Respekt, Daten und Rechtskonformität. Man muss es nur wollen…