Krokers RAM: Warum Mister Spex als Vorbild für den Handel der Zukunft taugt!

Mein Rant am Morgen: Der Einzelhandel ist von den Folgen der Corona-Pandemie hart getroffen. Einen Weg aus der Krise weisen Vorreiter wie der Brillenhändler Mister Spex oder die Parfümkette Douglas: Sie verknüpfen stationäre Läden intelligent mit ihren Online-Shops. 

Nicht erst seit der Corona-Krise ist der stationäre Einzelhandel geprägt von schwachen Margen und starkem Konkurrenzkampf, allen voran durch Online-Händler. Die Virus-Pandemie hat die Krise nur durch monatelange Lockdowns und der damit indirekt verbundenen Ankurbelung des E-Commerce nur noch einmal dramatisch verschärft.

Wie unter dem Brennglas mussten stationäre Händler nun erfahren: Auch für sie ist das Internet längst mehr als nur ein zusätzlicher Kanal. Wer bereits über einen Online-Shop verfügte, konnte zumindest einen Teil der Ausfälle aufgrund der Geschäftschließungen kompensieren.

Alle anderen mussten – mehr schlecht als recht – hektisch in Sachen Internet-Handel nacharbeiten. Dabei existieren durchaus bereits Positivbeispiele für die Zukunft des Handels: Der einstige Online-Optiker Mister Spex etwa, der – wie die WirtschaftsWoche gestern exklusiv berichtete – am 2. Juli in Frankfurt an die Börse geht.

Denn das 2007 gegründete Unternehmen starte ursprünglich als reiner Online-Versender von Brillen und Kontaktlinsen. Seit 2016 haben die beiden Co-Chefs Dirk Graber und Mirko Caspar jedoch begonnen, eigene Ladenlokale in gut frequentierten Fußgängerzonen und Shopping-Malls zu eröffnen.

Schließlich wollen viele Kunden doch gerne mal live sehen, ob eine Brille ihnen wirklich steht. Inzwischen verfügt Mister Spex über 39 Filialen in Deutschland; kürzlich hinzu kamen zwei Filialen in Stockholm und eine in Wien. Die Ladenlokale und der Online-Shop sind eng miteinander verwoben, um Konsumenten zu Mehrfachkäufen zu animieren.

Den umgekehrten Weg geht die Parfümkette Douglas: Weil durch die Corona-Krise die Online-Verkäufe in die Höhe schnellten, will Douglas-Chefin Tina Müller das Digitalgeschäft weiter schnell ausbauen – und schließt umgekehrt 500 von europaweit 2400 Filialen.

Auch Douglas sieht sich inzwischen eher als Online-Händler, der zusätzlich über ein kleineres, aber erfolgreiches Filialgeschäft verfügt – kein Wunder, schließlich wollen viele Konsumentinnen und Konsumenten ein Parfüm vor dem Kauf erst noch sinnlich erleben, sprich riechen.

Mix-Händler wie Mister Spex oder Douglas machen vor, wie er aussehen kann – der Einzelhandel der Zukunft. Sie taugen damit als Vorbilder für andere Händler.

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