Krokers RAM: Clubhouse – eine elitäre Quasselbude im Ein-Prozent-Elfenbeinturm

Mein Rant am Morgen: Drei Viertel der Deutschen haben noch nie von der neuen Live-Podcasting-App gehört. Wirklich genutzt hat die App noch nicht einmal jeder Hundertste – zwischen Medien-Hype und tatsächlicher Nutzung bei Clubhouse herrscht geradezu ein groteskes Missverhältnis.

Schon vor zwei Wochen hab ich an dieser Stelle über die neue Social-Media-App Clubhouse geschrieben, die Live-Podcasts per Smartphone ermöglicht. Da war der Dienst erst knapp zwei Wochen in Deutschland verfügbar.

Und schon seinerzeit zeichnete sich ein Hype-Zyklus ab, der stark an andere kurzfristig boomende, aber mittelfristig gescheiterte Dienste erinnert, allen voran Google+: Denn bei Lichte betrachtet tummeln sich auch auf Clubhouse derzeit vor allem die üblichen Verdächtigen der Social-Media-Szene – ganz ähnlich wie vor zehn Jahren bei dem damals als Facebook-Killer gehypten Google-Gegenentwurf.

Jetzt zeigen auch erste Studien, dass zwischen dem Medien-Hype und der tatsächlichen Nutzung der App ein geradezu groteskes Missverhältnis herrscht. Die Mediagentur OMD hat kürzlich mehr als 2000 Deutsche im Alter zwischen 18 und 59 Jahren zur Bekanntheit und Nutzung von Clubhouse befragt.

Ergebnis: Nicht einmal jeder Hundertste – genau genommen 0,7 Prozent – kennen und nutzen die App. Umgekehrt haben drei Viertel der Deutschen noch nie davon gehört; jeder zweite kann sich eine Nutzung auch nicht vorstellen:

Quelle: Statista

Das bedeutet: Stand heute ist Clubhouse eine elitäre – weil nur auf dem iPhone funktionierende – Digital-Quasselbude im (nicht mal) Ein-Prozent-Elfenbeinturm. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Dienst auch Leute außerhalb der engen Medien- und Social-Media-Blase anzusprechen vermag.

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Alle Kommentare [1]

  1. Im HR Umfeld wird z.B. diskutiert ob Clubhouse die Stellenanzeige abschafft oder ob Purpose den Umsatz steigert. (Einige Firmen stehen kurz vor der Insolvenz – HALLO, aufwachen!)

    Kein Wunder, dass die Personalabteilung zum Teil nicht als Business Partner anerkannt wird! Dieser Hype ist einfach nur peinlich! Das Gegenteil von Vielfalt. Die Leute spüren dort teils nichts mehr. Erkennen nicht, dass sie selbst das Problem sind, welches sie versuchen mit ihrem Gelaber zu beschreiben!