Krokers RAM: Signavio-Kauf durch SAP – sinnvoll, aber im Grunde ein Armutszeugnis!

Mein Rant am Morgen: Die Übernahme des Berliner Start-ups Signavio passt exakt in die aktuelle Strategie des Walldorfer Softwarekonzerns. Zugleich stellt sich die Frage, wieso ein externer Anbieter besser Bescheid als SAP selber weiß, wie es in den Systemen der SAP-Kunden aussieht.

Am Mittwoch präsentierte Vorstandschef Christian Klein höchstpersönlich seine neue Initiative „Rise with SAP“: Ein angebliches Rundum-Sorglos-Paket, mit dem der Walldorfer Software-Riese seinen Bestandskunden in die Cloud helfen will.

Als ein wichtiges Puzzlestück jener Initiative übernimmt SAP zudem das Start-up Signavio für dem Vernehmen nach eine Milliarde Euro. Die Berliner sind spezialisiert auf Software für das Prozessmanagement.

Von der inhaltlichen Logik passt Signavio perfekt zu den neuen Bemühungen von Christian Klein: Schließlich plant SAP-Chef Klein eine Art Concierge-Service, um seine Bestandskunden in die digitale und die Cloud-Welt zu unterstützen.

Hier liefert Signavio die notwendigen Cloud-Tools für die Prozessoptimierung in Unternehmen. Dazu durchleuchtet Signavio die Geschäftsprozesse und gibt Daten-basiert Empfehlungen für Verbsserungen – klassisches Geschäftsprozess-Redesign also.

Und damit ein Kernthema auch und gerade für SAP. Das bedeutet aber im Umkehrschluss: Die Walldorfer müssen sich im Grunde fragen lassen, wie ein externer Anbieter, also Signavio, besser weiß, wie es in mir – gemeint ist in den SAP-Systemen der Kunden – aussieht.

Daher ist die Signavio-Akquisition einerseits sehr sinnvoll für SAP – und zugleich ein Armutszeugnis für die Walldorfer, zumindest ein wenig.

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