Bewegung im Messenger-Markt: Noch dominiert Facebook, aber…

Neben Telegram, Signal oder Threema bekommen aktuell auch Alternativen wie der aus dem Gaming-Umfeld stammende Dienst Discord Rückenwind.

Seit Facebook angekündigt hat, seine Geschäftsbedingungen beim hauseigenen Messenger WhatsApp ändern und bestimmte Daten von der Tochter zur Mutter übertragen zu wollen, ist der Markt spürbar in Bewegung geraten.

Zwar hat Facebook das Inkrafttreten der neuen AGBs nach massiven Protesten auf Mai verschoben. Gleichwohl erlebten alternative Messenger wie Telegram, Signal oder Threema einen regelrechten Boom.

So rangierte Threema zwischenzeitlich auf dem ersten Platz der deutschen App-Charts. Telegram verzeichnete Mitte Januar innerhalb von 72 Stunden rund 25 Millionen neue Nutzer und knackte die Marke von 500 Millionen Usern. Und Signal beklagte aufgrund des Nutzeransturms Ausfälle seines Dienstes.

Zugegeben, noch dominieren die Facebook-Dienste den Messenger-Markt deutlich: Hierzulande nutzen mit fast 95 Prozent praktisch alle Deutschen WhatsApp, gefolgt von jedem Zweiten, der regelmäßig zum Facebook Messenger greift:

Quelle: Statista

Doch der Markt ist Bewegung, unter anderem auch durch Dienste, die aus einer ganz anderen Ecke kommen: So wie etwa durch die aus dem Gaming-Umfeld stammende App Discord, eine Software für Chats, Sprach- und Videotelefonie. Aktuell zählt Discord immerhin 100 Millionen Nutzern weltweit, bis Jahresende sind 150 Millionen angepeilt – siehe meine Discord-Story in der aktuellen WirtschaftsWoche.

Wenig verwunderlich also, dass bereits manche IT-Riesen aufmerksam geworden sind: Erst im Dezember meldete die amerikanische Nachrichtenagentur Reuters, dass Microsoft einen Kauf von Discord anviseren könnte. Aktuell ist das amerikanische Start-up rund sieben Milliarden Dollar wert, was der Softwareanbieter aus Redmond aus der Portokasse bezahlen könnte.

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