In knapp der Hälfte der deutschen Firmen fehlt Know-how für digitale Transformation

In mehr als einem Drittel aller Unternehmen sind die Mitarbeiter Veränderungen gegenüber skeptisch – mögliche Ursache ist eine mangelhafte Fehlerkultur.

Die digitale Transfomation ist längst auch in Deutschland angekommen. So konnten schon fast die Hälfte der Unternehmen im deutschsprachigen Raum ihre Marktposition verbessern, indem sie die Digitalisierung in ihre Strategie integriert hat. Künftig erwarten durch sie sogar knapp zwei Drittel eine Verbesserung ihrer Marktposition.

Gleichwohl verspüren viele Firmen immer noch Hemmnisse: So zählen für die Unternehmen vor allem die hohe Komplexität der IT-Infrastruktur sowie Datenschutz und Datensicherheit zu den größten Hürden der digitalen Transformation. Das ist das zentrale Ergebnis einer jüngst veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Campana & Schott aus Frankfurt und der Universität Duisburg-Essen.

Demnach sehen die Befragten den Bereich Datenschutz und Datensicherheit mit 55 Prozent sowie bei fast jedem Zweiten die hohe Komplexität der IT-Infrastruktur (49 Prozent) als größte Hindernisse für eine erfolgreiche digitale Transformation ihres Unternehmens an.

Weitere Hürden erkennen die Firmen vor allem bei den Themen hohe Investitions- und Betriebskosten (47 Prozent) sowie Vernachlässigung der Digitalisierung im Bildungs- und Ausbildungssystem (44 Prozent). Gerade dieser Punkt führt unter anderem dazu, dass entsprechende Fachkräfte fehlen.

So ist immerhin in knapp der Hälfte der Unternehmen das benötigte Know-how für die Digitalisierung nicht vorhanden. Zur Behebung des Fachkräftemangels setzen sie vorwiegend auf die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter vor Neueinstellungen und Dienstleistern. Doch in der Praxis stellt nur die Hälfte der Unternehmen interne Angebote für die Weiterbildung bereit.

Zudem sind in mehr als einem Drittel aller Unternehmen die Mitarbeiter Veränderungen gegenüber skeptisch. Eine mögliche Ursache ist eine mangelhafte Fehlerkultur: So geht laut der Studie nur etwas mehr als die Hälfte aller Unternehmen mit Fehlern konstruktiv und positiv um.

Außerdem können Mitarbeiter häufig weder eigenverantwortlich und initiativ handeln noch eigene Ideen einbringen. In fast jedem dritten Unternehmen gibt es keine offene, direkte und regelmäßige Kommunikation.

Als weniger problematisch für die digitale Transformation empfinden die befragten Unternehmen dagegen den Support durch das Top-Management (27 Prozent) oder die zunehmende Cyberkriminalität (33 Prozent)

Weitere Zahlen & Fakten zur digitalen Transformation von Unternehmen im deutschsprachigen Raum in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Campana Schott

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Alle Kommentare [1]

  1. Viele Unternehmen wünschen sich Mitarbeitende, die ihre Weiterbildung (auch) in die eigenen Hände nehmen. Ob bei Digitaltechnologien, Kreativtechniken, kooperativer Zusammenarbeit oder anderen Zukunftsthemen. Doch intrinsische Motivation für’s Lernen und generell für Veränderungen ist ein zartes Pflänzchen. Sie wächst nur, wenn sich Menschen bei der Arbeit als selbstwirksam erleben. Dafür brauchen sie Gestaltungsspielraum, konstruktiven Umgang mit Fehlern und Führungskräfte, die selbst begeisterte Lernende sind.
    Danke für den interessanten Artikel, Herr Kroker.