Im Mittelstand fehlt es oft an den Ressourcen zum Schutz vor Cyberangriffen, dabei werden Firmen mit 100 bis 500 Mitarbeitern am häufigsten angegriffen.
Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage verursachten bei deutschen Industrieunternehmen laut Bitkom in den vergangenen zwei Jahren Schäden von mehr als 43 Milliarden Euro.
In der gesamten deutschen Wirtschaft waren es sogar fast 110 Milliarden Euro. Unternehmen laufen Gefahr das Vertrauen ihrer Kunden, vertrauliche Dokumente, Ideen und Patente durch den Datendiebstahl zu verlieren.

Seit der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Mai 2018 nimmt die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen eine noch wichtigere Rolle ein. Neben der erhöhten Gefahr von Cyberangriffen sind auch die Bußgelder bei Nichteinhaltung um ein Mehrfaches erhöht wurden. Der Bußgeldrahmen kann bis zu 20 Millionen Euro oder bis zu vier Prozent des gesamten weltweit erzielten Jahresumsatzes betragen.
Wie ich erst Ende der vergangenen Woche hier im Blog dargelegt habe, müssen deutsche Unternehmen den Datenschutz endlich ernstnehmen, denn Datenschutzbehörden haben jetzt die ersten saftigen DSGVO-Strafen verhängt – wenn auch noch nicht in Deutschland.
Allerdings schätze immer noch ein Fünftel der deutschen klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) ihre Firma als nicht gut vorbereitet ein, um die Datenschutzbestimmungen einzuhalten. Das ist das zentrale Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten Umfrage des Business-Software-Vergleichsportals Capterra bei 250 KMU in Deutschland.
Weitere Ergebnisse der Studie:
- Lediglich 30 Prozent vertrauen bei der Datenspeicherung auf die Cloud.
- 60 Prozent der KMU speichern ihre Daten auf internen Servern
- 56 Prozent der deutschen KMU sind nicht gut mit der DSGVO vertraut.
- 30 Prozent der deutschen KMU überprüfen Datenschutzbestimmungen halbjährlich, knapp 40 Prozent jährlich.
- Die Hälfte aller Unternehmen haben nicht genug Zeit und Ressourcen, die zur Einhaltung von Datenschutzbestimmungen benötigt werden.
Und hier die wichtigsten Zahlen & Fakten der KMU-Umfrage als Infografik zusammengefasst – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:
Quelle: Capterra
Verwandte Artikel:
Ausgaben für Cybersecurity steigen zwischen 2010 und 2018 um 141 Prozent
Identitätsbetrug im Internet: 3/4 aller Betrugsversuche mittels Social Engineering
Ein Viertel der Europäer bevorzugt Cybersicherheit durch künstliche Intelligenz
Cybersecurity: Die Anatonomie einer Phishing-Attacke auf eine Bank


Lieber Michael Kroker, Danke für Deine aufklärerischen Bemühungen. Hier kann nicht zu oft darauf hingewiesen werden, dass gehandelt werden muss. Unser Partner Cobra hat dazu eine Blitzumfrage gemacht – mit zum Teil dramatischen Ergebnissen. Manche Unternehmen können noch gar nicht absehen, was sie das Thema DSGVO beherrscht bekommen. Gerade unterhalb von 100 Mitarbeitern ist das Thema DSGVO wahrscheinlich noch dramatischer, vielleicht weniger wegen Cyberangriffen. Da, wo EXCEL das Standardsystem für alles ist, wird aber ein professionelles DSGVO-Management schwierig.
Lieber Winfried, danke für den Kommentar. Ja, die Nachlässigkeit ist in der Tat besorgniserregend. Wie in meinem Kommentar am vergangenen Freitag geschrieben/verlinkt, macht die UK-Datenschutzbehörde ja jetzt ernst mit teils drastischen Strafen. Ich glaube, allein das unterschätzen viele Firmen noch. Die Blitzumfrage kannst Du mir gerne zukommen lassen – die E-Mail-Adresse kennste ja.