Ein Viertel der Menschen in Europa bevorzugt Cybersicherheit durch künstliche Intelligenz

Die Einstellungen zur künstlichen Intelligenz in der IT-Security unterscheiden sich quer durch Europa beträchtlich. Jüngere Nutzer sind zudem offener.

Wie ausgetüftelt Hacker-Attacken auf Unternehmen inzwischen ablaufen, habe ich erst Ende der vergangenen Woche hier im Blog am Beispiel eines realen Phishing-Angriffs auf eine Bank dargestellt, dessen Anatomie ein IT-Sicherheitsanbieter aus der Analyse der Attacke herausdestilliert hat.

Vor diesem Hintergrund gewinnen neuartige IT-Sicherheitskonzepte etwa basierend auf künstlicher Intelligenz (KI) eine immer wichtigere Bedeutung, um Angriffe automatisch und idealerweise proaktiv entdecken, noch bevor irgendwelche Systemschäden oder Datenverlustte auftreten. Das gilt für Unternehmen genauso wie beim Schutz persönlicher Daten im privaten Bereich.

Allerdings sind noch längst nicht alle Nutzer von den Vorzügen solcher Systeme überzeugt. So würden es aktuell nur rund ein Viertel der Europäer vorziehen, dass ihre Cybersicherheit von KI und nicht von Menschen gesteuert wird (26 Prozent).

Das ist das zentrale Befund einer Befragung, die der amerikanische IT-Sicherheitsanbieter Palo Alto Networks in Zusammenarbeit mit YouGov in einer Online-Studie mit mehr als 10.000 Befragten in der EMEA-Regioni durchgeführt hat. „Kroker’s Look @ IT“ präsentiert die Ergebnisse heute exklusiv vorab.

Gleichzeitig unterscheiden sich die Einstellungen quer durch Europa doch beträchtlich. Während in Italien 38 Prozent KI gegenüber Menschen bevorzugen, um die digitale Lebensweise zu schützen, ist Großbritannien mit nur 21 Prozent eines der misstrauischsten Länder in Bezug auf den Einsatz von Maschinen statt Menschen. In Deutschland liegt der Wert mit 24 Prozent ebenfalls unter dem europäischen Schnitt.

Die Studie enthüllte auch unterschiedliche Ansichten über die wahrgenommene Sicherheit von IoT-Technologien wie Smart-Home-Geräten: 38 Prozent der Befragten in Europa glauben, dass diese Technologien sicher sind, während etwas mehr das Gegenteil behaupten (43 Prozent).

Weitere wichtige Erkenntnisse der Studie

  • Obwohl es eine Diskrepanz bezüglich KI-gesteuerter Cybersicherheit  zwischen den Generationen zu geben scheint, ist diese nicht so gravierend wie erwartet, wobei die Millennials eine höhere KI-Präferenz (31 Prozent) gegenüber den Babyboomern (23 Prozent) aufweisen.
  • Selbstständig für Cybersicherheit zu sorgen, ist ein globaler Trend: 54 Prozent der Befragten übernehmen die Verantwortung für ihre persönlichen Daten, wenn sie online sind.
  • Die Kluft zwischen der jüngeren (18-24) und der älteren (55+) Generation ist hier deutlicher zu erkennen. So übernehmen nur 43 Prozent der jüngeren Gruppen die Verantwortung für ihre eigenen personenbezogenen Daten, verglichen mit 58 Prozent der 55-Jährigen und Älteren.
  • Ein Viertel (25 Prozent) der Befragten ist der Meinung, dass Cybersicherheit in die Zuständigkeit der Strafverfolgung fallen sollte, und 28 Prozent sind der Meinung, dass dies Sache der Regierung bzw. Politik sei.
  • Das Thema Cybersicherheit erreicht die Menschen; eine Mehrheit der Befragten (44 Prozent) ist der Meinung, dass Cybersicherheitstechnologien ihnen die Möglichkeit geben, sich weniger Sorgen um den Verlust persönlicher Daten zu machen, im Gegensatz zu den 14 Prozent, die anderer Meinung sind.
  • 67 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass sie alles in ihrer Macht Stehende tun, um den Verlust ihrer personenbezogenen Daten zu verhindern. Dies steigt auf 75 Prozent der Befragten ab 55 Jahren an und fällt auf 59 Prozent ab bei den 25- bis 34-Jährigen.

Die wichtigsten Fakten aus Deutschland in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Palo Alto Networks

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