Identitätsbetrug im Internet: Drei Viertel aller Betrugsversuche mittels Social Engineering

2019 nahmen die Social Engineering-Versuche im Vergleich zu anderen Betrugstechniken im Internet insgesamt zu.

Ein wichtige neue Spielart beim Datenmissbrauch in der digitalen Welt ist der Identitätsbetrug im Internet, Neudeutsch auch Identity Fraud genannt: Betrüger greifen dabei zu immer kreativeren Methoden, die nur mit den entsprechenden Technologien und Prozessen abgewehrt werden können.

Die Liste der häufigsten Betrugsversuche im ersten Halbjahr 2019 führt mit knapp drei Vierteln aller Attacken das sogenannte Social Engineering an (73 Prozent), gefolgt von der Nutzung gefälschter (16 Prozent) beziehungsweise von gestohlenen Ausweisen (11 Prozent). Das ist der zentrale Befund einer Studie des auf Identitätslösungen spezialisierten IT-Sicherherheitsanbieters IDnow aus München. „Kroker’s Look @ IT“ präsentiert die Ergebnisse heute exklusiv vorab.

Social Engineering meint dabei spezielle soziale Taktiken, um arglose Nutzer zur Preisgabe sensibler Daten wie etwa Passwörter zu bewegen, etwa durch vorgetäuschte falsche Identitäten in E-Mails. Betrüger nutzen Social Engineering schon länger, um arglose Endnutzer zum Eröffnen eines Online-Kontos zu bewegen und dieses für kriminellen Aktivitäten zu missbrauchen.

2019 nahmen die Social Engineering-Versuche im Vergleich zu anderen Betrugstechniken insgesamt zu. In den meisten Fällen verwenden Betrüger gefälschte Stellenanzeigen, App-Testangebote oder günstige Kredite, um ihre Opfer mit einem vermeintlich lukrativen Deal zu locken, für den sie ein Konto bei einer Online-Banken eröffnen müssen. Für die Kontaktaufnahme kommen Ebay Kleinanzeigen (83 Prozent), Jobsuchmaschinen wie Indeed (neun Prozent) und Jobmensa (zwei Prozent) sowie Netzwerke wie Xing (zwei Prozent) zum Einsatz.

Betrüger bringen ihre Opfer unter einem Vorwand, beispielsweise einem bezahlten Produkt-Test, dazu, im eigenen Namen ein Konto zu eröffnen. Sobald das Konto eingerichtet ist, übernehmen die Betrüger die Kontrolle darüber und nutzen es für kriminelle Machenschaften.

Meist wird dem Opfer erst dann bewusst, dass es getäuscht wurde. Einige Betrüger arbeiten heute mit ausgefeilter Tarnung. Dazu gehören gefälschte Firmen-E-Mail-Adressen, Fake-Anzeigen und sogar vollständig entwickelte Websites, die eine seriöse Unternehmung vorgaukeln.

Beim Identitätsbetrug mit gefälschten Dokumenten hat sich dieses Jahr die Qualität von Ausweis-Kopien merklich verbessert. Im Vergleich zu Reisepässen (24 Prozent) kommen gefälschte Personalausweise (76 Prozent) dreimal häufiger zum Einsatz. Besonders aktiv sind die Betrüger mit dieser Methode mit Ausweisdokumenten aus Österreich (39 Prozent), Tschechien (24 Prozent) und Deutschland (20 Prozent).

Weitere Zahlen & Fakten zum Thema Identitätsbetrug im Internet in der folgenden Inforgafik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: ID Now

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