Flimmerkiste ade: Drei Viertel der Deutschen schauen digital TV, jeder Dritte nutzt Pay-TV

Die Abkehr vom klassischen linearen Fernsehen vollzieht sich rapide. Knapp jeder fünfte Deutsche hat nicht mal mehr eine herkömmliche Glotze.

Nicht erst seit dem Deutschland-Start des amerikanischen Streaming-Dienstes Netflix im vergangenen Herbst ist klar: Das klassische lineare Fernsehen gerät zunehmend unter Druck. Denn auch YouTube und der Boom von mobilen Videos auf Smartphones und Tablets sorgen für Ablenkung jenseits herkömmlicher TV-Geräte.

Wie sehr auch und gerade die Nutzer in Deutschland bereits von der Flimmerkiste Abschied genommen haben, hat jetzt das Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag des amerikanischen Softwareherstellers Adobe in einer Studie näher beleuchtet.

Wichtigster Befund: Mehr als drei Viertel der Deutschen schauen bereits TV via Stream aus dem Internet (77 Prozent). Als bevorzugte Bildschirme kommen dabei vor allem Computer (48 Prozent) sowie Smartphones und Tablets (29 Prozent) zum Einsatz. Die Marktforscher haben für den „Primetime Streaming Report 2015“ mehr als 1000 deutsche Verbraucher zu ihren Fernsehgewohnheiten befragt.

Demnach schätzen die Deutschen am Streaming vor allem dessen zeitliche und örtliche Flexibilität: So greifen sie zum Fernsehen immer häufiger auf Computer, Smartphones & Co. zurück, weil sie ihre Lieblingssendungen darüber jederzeit (88 Prozent) und überall (60 Prozent) verfolgen können.

Dies hat bereits drastische Folgen für die Hersteller klassischer TV-Apparate: So besitzt heute schon knapp jeder fünfte Deutsche gar keine Glotze mehr und schaut ausschließlich digital TV (16 Prozent).

Und trotz der teuren und umfangreichen Versorgung mit öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammen sowie vielen privaten TV-Sendern sind die Deutschen immer stärker bereit, für Dienste wie Netflix, Maxdome & Co. zu bezahlen: So nutzt hierzulande bereits jeder dritte Konsument Pay-TV-Angebote.

Mehr Infos in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Adobe

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Alle Kommentare [1]

  1. Das scheint mir eine sehr interessengeleitete Studie zu sein, um Adobe Primetiime zu pushen. Denn dann müsste sich binnen eines Jahres das Nutzungsverhalten gewaltig geändert haben. -> Auszug aus der ARD/ZDF-Onlinestudie 2014: 2014 ergibt sich eine Fernsehnutzung über das Internet (linear oder zeitversetzt) von täglich 8 Minuten. Dies entspricht einem Zuwachs von 3 Minuten gegenüber dem Vorjahr. Zusammen mit der im AGF-Panel gemessenen Sehdauer für Fernsehen über den klassischen Verbreitungsweg „Fernsehgerät“ linear (237 Min.) und zeitversetzt (3 Min.) ergibt sich eine Gesamtnutzungszeit für das Fernsehen von 248 Minuten. Der Anteil der Fernsehnutzung via Internet beträgt damit 3 Prozent (2013: 2 %), der Anteil der klassischen linearen Fernsehnutzung über Kabel, Satellit, Terrestrik oder IPTV am gesamten Fernsehkonsum 96 Prozent und der der zeitversetzten Nutzung 1 Prozent. (https://www.ard-zdf-onlinestudie.de/index.php?id=506) Ob wirklich „Mehr als drei Viertel der Deutschen … bereits TV via Stream aus dem Internet (77 Prozent) schauen“, halte ich auch für fraglich angesichts der miesen Lage der Breitbandversorgung im ländlichen Raum, wo viele glücklic sind, wenn sie an den 50 Mbit der Telekom schnuppern dürfen.