Im Schlepptau des Tablet-Booms: Neuer Wachstumsmarkt Second Screen

Die wachsende Zahl von Tablet-Nutzern erzeugt veränderte Formen der Mediennutzung und neue Werbeformen.

Wer mit dem Begriff neudeutschen Begriff „Second Screen“ nichts anzufangen weiß, muss nur sonntags parallel zum Krimi im Ersten mal eine Suche auf dem Kurznachrichtendienst Twitter nach dem Schlagwort („Hashtag“) #tatort machen. Im Sekundentakt schnellen einem da während der Ausstrahlung Kommentare, Drehbuchzitate und Kritiken der deutschen Twitter-Community entgegen.

Anderes prominentes Beispiel: Beim Anfang November 2012 ausgestrahlten Historienfilm „Rommel“ hat der Südwestrundfunk als federführende ARD-Anstalt eine eigene Webseite zusammengestellt, in der die Zuschauer Zusatzinfos zu den Schauspielern und die von ihnen gespielten historischen Personen abrufen konnte. Unter dem Titel „Fernsehen zum Anklicken“ gibt’s die ensprechende Animation bei www.swr.de/rommel noch heute.

Kurzum: Unter Second Screen meinen Marktforscher und Analysten die Nutzung eines zweiten Bildschirms parallel zum Fernsehen. Meist handelt es sich dabei um neue Mobilgeräte wie Smartphones oder Tablets; viel seltener um herkömmliche Mobilcomputer, also Notebooks.

Quelle: Business Insider

Laut einer jüngst vom US-Marktforschungsunternehmen BI Intelligence, ein Ableger des Hightech-Blogs „Business Insider“, veröffentlichten Studie soll das Geschäft rund um den zweiten Bildschirm in den kommenden Jahren regelrecht explodieren.

Hauptgründe dafür: Zum einen verdrängen Tablets dank des anhaltenden Booms zunehmend herkömmliche Computer, und zwar insbesondere in Privathaushalten. Zum anderen scheint gerade die Tablet-Einsatz als Second Screen sowas wie eine natürliche Nutzung seitens Privatanwendern zu sein. Laut BI Intellgence verwenden in den USA 85 Prozent aller Tablet-Besitzer  mindestens ein Mal im Monat beim TV-Schauen; 60 Prozent machen dies sogar ein Mal pro Woche.

Schon bald könnten laut BI Intelligence daher neue Apps und Werbeformen auf Smartphones und Tablets entstehen, die auf das Phänomen „Second Screen“ maßgeschneiderte Inhalte und Anzeigenformate liefern. Wie groß das Umsatzpotenzial ist, beweist ein Blick auf den US-Markt, wo aktuell pro Jahr rund 74 Milliarden Dollar für Fernsehwerbung ausgegeben wird. Wenn nur ein kleiner Teil davon Richtung zweiter Bildschirm wandert, entspricht dies einem neuen Milliardenmarkt.



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Alle Kommentare [3]

  1. Oft vergessen:
    Der Trend zum Second Screen kann auch eine Chance für die klassische TV-Werbung sein, da der Zuschauer nicht mehr zappen muss und auch bei einem Fokus auf den Second Screen (wenn nicht zu intensiv) die TV-Werbung unterbewusst registriert.
    Hier muss dann nur noch die TV-Werbung richtig ausgestaltet sein 😉