Die App-Aufspaltung hin zum Facebook Messenger – umstritten, aber riesiger Erfolg

Mit der Trennung der Chat-Funktion in eine separate App hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg erneut sein gutes Gespür für Nutzertrends bewiesen.

Im April hat es die Zuckerberg-Company erstmals kommuniziert und Anfang Juli durchgezogen: Seitdem müssen Smartphone-Nutzer zwei Apps verwenden, wenn sie alle Facebook-Funktionen nutzen wollen. Grund: Das weltgrößte soziale Netzwerk hat sich gewissermaßen aufgespalten – Chat und Kommunikation laufen über den separaten Facebook Messenger, die übrigen sozialen Dienste bleiben in der Facebook-App.

Wenig verwunderlich, dass die Nutzer erst mal Sturm gegen diese App-Aufspaltung in Verbindung mit dem Messenger-Zwang liefen. Wie sehr Facebook für den Schritt Prügel einstecken musste, konnte man etwa Anfang August bei den miesen Bewertungen im App Store ablesen. Kurz darauf erläuterte gar Facebook-Chef Mark Zuckerberg höchstselbst, warum er die Chat-Nutzer zur Nutzung des Facebook Messengers zwinge.

So oder so: Man muss rückblickend konstatieren, dass Zuckerberg bei diesem Schritt zur rechten Zeit das rechte Gespür für Nutzertrends besessen hat – wieder mal, ähnlich wie bei manch anderen zuvor umstrittenen Manövern auch. Denn wie jüngst veröffentlichte Zahlen des Marktforschungshauses Comscore zeigen, hat die Messenger-Nutzung seit Anfang Juli steil angezogen – zumindest im Heimatmarkt USA.

Quelle: Quartz/Comscore

Gewiss, dies ist in erster Linie eine direkte Folge des Zwangs. Allerdings folgt Zuckerberg damit nur einem Pfad, den insbesondere jüngere Nutzer längst beschritten haben: Jugendliche und junge Erwachsene sind die stärksten Messenger-Nutzer überhaupt, sei es bei WhatsApp, Snapchat oder Line. Für viele sind mobile Messenger bereits der zentrale Dreh- und Angelpunkt auf Smartphones – so wie früher soziale Netzwerke.

Genau jenem Trend hat der Facebook-Chef mit der Aufspaltung Rechnung getragen – möglicherweise gerade noch rechtzeitig, um mit der eigenen Chat-App an den enormen Wachstumsraten im Messaging-Markt teilzuhaben.

Gut möglich, dass er durch die 19-Milliarden-Dollar-Übernahme von WhatsApp im Februar überhaupt erst auf die Idee zu dem Schritt kam. Mit jenem Kauf hat er übrigens auch goldrichtig gelegen, wie ich seinerzeit schon mutmaßte: Beim Zukauf lag die WhatsApp-Nutzerschaft bei 450 Millionen; kürzlich vermeldete Gründer Jan Koum die Marke von 600 Millionen, ein Plus von einem Drittel – binnen eines halben Jahres!

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