Quartalsausblick: Apple-Umsatz plus fünf Prozent auf 41 Milliarden Dollar

Die Zeit zweistelliger Wachstumsraten bei Apple dürfte einstweilen vorbei sein, zumindest bei iPhone-Absatz und Umsatz. Eine Hochrechnung.

(Update 24.04.2013 09:00 Uhr: Mit einem Umsatz von 43,6 Milliarden Dollar, iPhone-Verkäufen von 37,4 Millionen und einem iPad-Absatz von 19,5 Millionen lag Apple über den Erwartungen der Börse; der Gewinn lag mit 9,5 Milliarden Dollar aber erstmals seit zehn Jahren unter dem Vorjahresniveau.)

Am heutigen Abend gibt’s wieder die neuesten Apple-Quartalszahlen. Die Aktie der iPhone- und iPad-Company ist in den vergangenen Monaten ziemlich unter die Räder gekommen und liegt unter der Marke von 400 Dollar – gut 40 Prozent niedriger als beim Peak jenseits der 700 Dollar im September. Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis sei die Aktie inzwischen so günstig wie seit zehn Jahren nicht mehr, so Ende letzter Woche das „Wall Street Journal“.

Umso mehr dürften Börsianer und Anleger auf die heutigen Zahlen schauen. Ich versuche wie in den beiden Vorquartalen eine Umsatzprognose basierend einzig auf den Analysten-Schätzungen für iPhone und iPad. Beim Apple-Smartphone scheinen die Zeiten gigantischer Wachstumsraten erst einmal vorbei.

Laut Philipp Elmer-DeWitt von „Fortune“ liegen die Schätzungen zwischen 32,5 und 42,5 Millionen Geräten. Der Durchschnitt von 37 Millionen bedeutet ein Plus von gut fünf Prozent gegenüber den 35,1 Millionen iPhones im zweiten Quartal 2012.

 Quelle: Fortune/Apple 2.0

Das iPad dürfte ein bisserl stärker zulegen: Zwischen 13 und 21,7 Millionen Tablet-Rechner soll Apple den Analysten zufolge verkauft haben. Im Schnitt gehen die Beobachter von 18 Millionen iPads aus, das wäre ein Plus von knapp 53 Prozent gegenüber den 11,8 Millionen in den ersten drei Monaten 2012.

Zur Berechnung des Gesamtumsatzes berechne ich jeweils den durchschnittlichen Gerätepreis im direkten Vorquartal, weil diese Werte am marktnächsten sind. So betrug der durchnittliche iPhone-Umsatzanteil im Weihnachtsquartal, das erste Quartal 2013 für Apple, rund 642 Dollar (30,66 Milliarden Dollar geteilt durch 47,8 Millionen Geräte).

Der entsprechende iPad-Wert lag im vierten Quartal 2012 bei 467 Dollar (10,674 Milliarden Dollar dividiert durch 22,86 Millionen Geräte). Man sieht übrigens erstmals deutlich den Einfluss des iPad Mini, weil der durchschnittliche Preis im Vorquartal, also dem dritten Kalenderquartal 2012, noch bei 536 Dollar lag.

 Quelle: Fortune/Apple 2.0

Damit berechnet sich der prognostizierte iPhone-Umsatz im zweiten Quartal 2013 auf rund 23,8 Milliarden Dollar; beim iPad auf 8,4 Milliarden Dollar – gemeinsam also 32,2 Milliarden Dollar.

Für den Restkonzern, also das Geschäft mit Mac, iPod & Co., verwende ich eine Überschlagsschätzung: Ich nehme den Restumsatz aus dem Vorjahresquartal (es sind 9,9 Milliarden Dollar) und veranschlage einen Umsatzrückgang jener Segmente von zehn Prozent. Das scheint mit angesichts des Rückgangs von traditionellen Computern gerechtfertigt, den IDC erst kürzlich auf gut 14 Prozent beziffert hat. Wie ich hier im Blog beschrieben habe, leidet unter der Flaute auch bereits das Mac-Geschäft von Apple.

Damit berechnet sich der Gesamtumsatz auf 32,2 Milliarden plus 8,9 Milliarden, also auf 41,1 Milliarden Dollar. Das wäre ein plus von knapp fünf Prozent gegenüber den 39,2 Milliarden Dollar im zweiten Quartal 2012. Apples eigene Guidance liegt zwischen 41 und 43 Milliarden Dollar, die Börsianer erwarten laut „Reuters“ im Schnitt 45 Milliarden Dollar.

Die Apple-Zahlen werden heute Abend gegen 22:30 veröffentlicht; um 23 Uhr startet der Conference Call.



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