Die Hälfte aller Android-Geräte läuft mit zwei Jahre altem Betriebssystem

Die Fragmentierung des Android-Marktes in diverse Varianten des Mobilsystems hat weiter zugenommen.

Ich gebe zu: Wirklich neu ist das Thema nicht. Schon im Herbst 2011 hatte ich etwa hier im Blog über Licht und Schatten beim mobilen Betriebssystem Android aus dem Hause Google geschrieben. Die Kehrseite des damaligen Booms war die Zersplitterung des Android-Marktes in unterschiedliche Software-Versionen.

Heute muss man konstatieren: Diese Fragmentierung hat seitdem eher noch zugenommen. So hat Google kürzlich selbst Zahlen zur Verbreitung der unterschiedlichen Android-Versionen bekannt gegeben, die das US-Technologieblog BGR vorgestern veröffentlicht hat.

Quelle: Business Insider

Demnach laufen nur knapp sieben Prozent aller Geräte mit der neusten Android-Version (Codename „Jelly Bean“). Der Vorgänger „Ice Cream Sandwich“ kommt immerhin auf 27,5 Prozent. Bezeichnend aber ist, dass immer noch mehr als die Hälfte aller Smartphones und Tablets mit der Android-Version 2.3 names „Gingerbread“ laufen, ein inzwischen zwei Jahre altes Betriebssystem.

Anders ausgedrückt: Google hat es in 24 Monaten nicht geschafft, Gerätehersteller und Mobilfunk-Provider stärker in die Pflicht zu nehmen und sie zum Software-Update bei ihren Kunden zu bewegen. Immerhin hat das aktuelleste Android die Versionsnummer 4.2  – ist also bereits zwei Generationen weiter als das meistverbreitete Gingerbread.



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Alle Kommentare [7]

  1. …über 50% nutzen ein mindestens zwei Jahre altes OS auf ihren Android-Smartphones, weil..

    (A) die Veralterung für nur ganz wenige Nutzer überhaupt spürbar einschränkend wirkt,
    (B) persönlich dreist geschätzte 90% der Nutzer sich niemals freiwillig mit so etwas wie einem ‚Betriebssystem‘ auseinandersetzen wollen, was nachvollziehbar ist,
    (C) die Updatemöglichkeiten, also welche Androidversion kann / darf / sollte und macht Sinn, intransparent bleibt,

    was inhaltlich in etwa Ihrem letzten Argument entspricht.
    Da wird eine Herstellerkampagne allein wenig nutzen, oder?

    …tja, und nu?

  2. Nicht vergessen werden darf, dass ein Großteil der Hersteller die älteren Geräte (über 1 Jahr) nicht mehr mit Updates versorgt. Wer also ein ca. 2 Jahres altes Gerät nutzt (wegen Bindung an Mobilfunkvertrag etc) gar nicht mehr updaten kann. Immerhin muss ein Update bei Android immer vom jeweiligen Hersteller ausgehen.

  3. @BHRathke @Carlin: Danke für die Kommentare, deren Argumente ich weitgehend teile. Dass viele Nutzer die Versionsnummer oder der flauschige Google-Codename von Android wenig bis gar nicht interessiert – geschenkt. Daher ja die Verantwortung des Herstellers und auch Google selbst. Denn der Versions-Zoo wird ja gerade für App-Entwickler zu einem regelrechten Albtraum: Nimmt man Display-Größen auf der einen Achse und Versionsnummer auf der anderen, ergibt das eine multi-dimensionale Matrix. Da sag ich nur: Viel Spaß bei der Versionspflege. Und spätestens wenn eine App auf einem bestimmten Altsystem nicht mehr läuft, betrifft’s eben doch den Endnutzer.

  4. ..das ist richtig! Ist die einzige Antwort darauf nicht eine restriktivere Versionspolitik? Eine, die durch wenige(r) Standards erst mögliche Verkleinerung der Matrix, die du beschreibst?

  5. ..Korrektur / Knkretisierung
    .. durch weniger Standards, auf die Weise (oder ähnlich) wie dies APPLE tut?

  6. 1. Die Nutzer stimmen mit dem Geldbeutel ab
    2. Die Nutzer stimmen mit dem Geld….
    3. Die Nutzer stimmen mit dem…

    Ganz im Ernst:
    Wer Android und immer aktuelle Updates will, kauft Nexus.
    Wem Updates egal sind kauft was ihm oder ihr gefällt und
    Wer Apple will kauft Apple.

    Das ganze ist eigentlich total belanglos, denn nur diejenigen die sich auskennen können sich ja überhaupt an einem veralteten OS stören und demnach können sie frei entscheiden was sie möchten.
    Die unterschiedlichen Geräte mit unterschiedlichsten Auflösungen und Formaten gehören nunmal zu Android wie der Apfel zu Apple und über Nacht abstellen bzw. lösen lässt sich so etwas nun mal schon gar nicht.
    Meiner Meinung nach gibts da auch keinen Grund dafür.
    Auch App-Entwickler können abstimmen bzw. werden abgestimmt (siehe Punkt 1) 😉