Krokers RAM: Telekom & Google – oder: Deutsche-Cloud-Totgeburt, die Zweite

Mein Rant am Morgen: Und Geschichte wiederholt sich doch. Nach Microsoft 2015 paktiert die Deutsche Telekom nun mit Google für ein deutsches Cloud-Angebot. Warum sollte es dieses Mal anders laufen als bei der gefloppten Deutschland-Cloud – zumal bei der Zielgruppe öffentlicher Sektor? 

Ich habe es ja im Grunde schon gestern auf WiWo.de weitgehend analysiert: Am Mittwoch haben sich die Telekom-Tochter T-Systems und Google miteinander verbündet. Gemeinsam wollen die Partner die sogenannte „souveräne Cloud“ aufbauen.

Das bedeutet: T-Systems will eine modifizierte, durchgängig verschlüsselte Google Cloud in eigenen Rechenzentren betreiben – und dabei die Datenspeicherung in Deutschland sowie die Datensouveränität gewährleisten. Das Angebot soll vor allem an den öffentlichen Sektor.

Ein Angebot also, das fast im Wortlaut der sogenannten „Deutschland-Cloud“ gleicht, welche die Deutsche Telekom und Microsoft Ende 2015 mit allerlei Marketingbrimborium auf den Markt brachten.

Auch hier sollte die Treuhänderschaft über die Daten beim Bonner Ex-Monopolisten liegen – und vor allem deutsche Unternehmen die Angst vor dem Verlust ihrer Datensouveränität bei Nutzung herkömmlicher US-Cloud-Dienste von Amazon & Co. nehmen.

Das Ergebnis ist bekannt: Ende 2018 zog Microsoft bei dem Treuhändermodell mangels Nachfrage den Stecker. Aber mehr noch: Die Redmonder zwangen die wenigen Bestandskunden in ihre Standard-Cloud – und erwiesen dem Cloud-Geschäft damit insgesamt einen Bärendienst.

Schließlich führte der damalige Schachzug allen Marktteilnehmern deutlich vor Augen: Cloud-Anbieter können jederzeit einen Dienst einstellen, ohne dass Anwender viel dagegen tun können.

Wieso sich jetzt ausgerechnet die noch vorsichtigeren deutschen Behörden daher in die Arme von Google begeben sollten, steht in den Sternen. Die hochgepriesen „strategische Partnerschaft“ zwischen T-Systems und Google – sie wirkt bei Lichte betrachtet daher eher wie die Deutsche-Cloud-Totgeburt, die Zweite.

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