Ein Drittel der Deutschen hält physikalische Server für sicherer als die Cloud

Die Einstellung der Deutschen zur Cloud bleibt widersprüchlich – denn sie sorgen sich am wenigsten beim Speichern von Firmendaten in der Wolke.

Cloud Computing ist in aller Munde – und hat insbesondere in der Corona-Pandemie noch einmal einen Push erhalten: Flexibilität, Agilität, Skalierbarkeit und Effizienz sind die gängigen Vorteile, die Unternehmen bewegen, Speicherkapazitäten in der Cloud anstatt auf Festplatten in den Firmen-Laptops und Servern zu nutzen.

Dennoch existieren trotz hoher Sicherheitsstandards bei den Cloud-Anbietern noch Sicherheitsbedenken. So bejahen mehr als ein Drittel der Deutschen die Frage, ob die Cloud unsicherer sei als lokale Datenhaltung (35 Prozent). Diese Skepsis ist deutlich stärker ausgeprägt als in Frankreich (27 Prozent) und Großbritannien (21 Prozent).

Das ists der zentrale Befund einer länderübergreifende Umfrage zur Nutzung von Cloud-Speichern, die der  amerikanische Datenmanagement-Anbieter NetApp im Mai durchgeführt hat. „Kroker’s Look @ IT“ präsentiert die Ergebnisse der Studie heute exklusiv vorab.

Trotz solcher Bedenken überzeugt das Argument, dass es für Unternehmen einfacher sei, Daten in der Cloud als auf physischen Festplatten zu speichern, viele Nutzer. Jedoch finden sich in Deutschland mit 74 Prozent die wenigsten Nutzer, die diesen Cloud-Vorteil benennen. Die Zustimmung ist in Frankreich (78 Prozent) und UK (87 Prozent) höher.

Ähnliche Unterschiede zeigen sich in der Beurteilung, wie flexibel Unternehmen in der Corona-Pandemie vorgehen und auf diesem Weg die Cloud-Speicher unerlässlich sind. Diese Meinung vertreten vor allem die Briten (86 Prozent) vor den Franzosen (77 Prozent) und den Deutschen (69 Prozent).

Cloud-Speicher sind günstiger als die lokale Datenhaltung, denken zumindest viele der Befragten. Vor allem in Großbritannien bejaht dies die Mehrheit (83 Prozent), während deutsche und französische Mitarbeiter bei dieser Einschätzung zurückhaltender sind. 70 Prozent in Deutschland und nur 68 Prozent in Frankreich sagen, dass Datenspeicher in der Cloud Kosten sparen.

Die Studie hat zudem ergeben, dass sich die deutschen Befragten (62 Prozent) die wenigsten Sorgen machen, wenn sie Unternehmensdaten in der Cloud speichern. In Frankreich (58 Prozent) und Großbritannien (52 Prozent) ist dieser Mitarbeiteranteil deutlich geringer.

Scheinbar im Widerspruch dazu steht, wie die Nutzer bewerten, ob Firmendaten in der Cloud genauso sicher wie auf physischen Festplatten gespeichert sind. Diese Ansicht ist in britischen Unternehmen (58 Prozent) verbreiterter als in französischen (52 Prozent), während Deutschland mit 50 Prozent auf dem letzten Platz auf dem letzten Platz rangiert.

Privat speichern die befragten Nutzer in den drei Ländern ihre Daten noch überwiegend auf herkömmlichen Festplatten (Frankreich und Deutschland mit je 82 Prozent, UK mit 69 Prozent). Wird dennoch die Cloud als Ablageort für persönliche Informationen gewählt, sind die wenigsten Anwender in Deutschland (37 Prozent) besorgt gegenüber den französischen (44 Prozent) und britischen (47 Prozent) Nutzern.

Ein ähnliches Stimmungsbild ergibt sich für das lokale Speichern zu privaten Zwecken. Mehr Briten (38 Prozent) als Franzosen (35 Prozent) und Deutsche (21 Prozent) machen sich in dem Fall Sorgen um ihre persönlichen Daten.

Die wichtigsten Zahlen & Fakten der Ländervergleichsstudie von NetApp zusammengefasst in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: NetApp

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