Online-Shopping als Maßstab für Home Office, Home Schooling und digitale Bürgerservices

Reibungslose Prozesse und hohe Flexibilität, welche die Deutschen beim Online-Shopping gewohnt sind, erwarten sie nun auch in anderen Lebensbereichen.

Mit einer Studie zur Digitalisierung im Alltagsleben melde ich mich aus meinem Sommerurlaub wieder zurück. Nach mehr als einem Jahr Corona-Pandemie sind die Erwartungen an digitale Angebote in Deutschland klar gestiegen. Demnach gelten die Erfahrungen aus dem Online-Shopping sowie die nahtlosen und einfachen Prozesse gelten als Maßstab für andere digitale Angebote wie Bürgerservices.

Für Unternehmen besteht Nachholbedarf, denn fehlende positive Kunden- und Mitarbeiter-Erfahrungen drücken die Akzeptanz Pandemie-getriebener, digitaler Services wie Homeschooling und Homeoffice. Das ist der Kernbefund einer Umfrage des amerikanischen Workflow-Spezialisten ServiceNow und des Marktforschers Civey. „Kroker’s Look @ IT“ präsentiert die Ergebnisse heute exklusiv vorab.

Unternehmen müssen sich spätestens jetzt auf eine hybride Arbeitswelt einstellen. Kunden und Mitarbeiter haben während der Corona-Pandemie viele neue technologische Möglichkeiten kennengelernt. Reibungslose Prozesse und hohe Flexibilität, welche die Deutschen beim Online-Shopping gewohnt sind, erwarten sie nun auch in anderen Lebensbereichen.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass bei 60 Prozent der Deutschen die Erwartungen an digitale Services während Corona gestiegen sind. Besonders anspruchsvoll ist die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen sowie die Haushalte mit Kindern.

Nur 20 Prozent der Befragten kommen mit einer deutlichen Digitalernüchterung aus dem pandemie-bedingten Realitätscheck für digitale Angebote. Bei der überwiegenden Mehrheit haben sich klare Vorstellungen herausgebildet, wie Angebote digital funktionieren sollten und welche Nutzererfahrung erwartet werden kann.

Gefragt nach ihrem Nutzungsverhalten in der Corona-Economy, ziehen die Befragten das digital ausgereifte Online-Shopping (52 Prozent) neueren Modellen wie Homeoffice (24 Prozent) deutlich vor. Die Akzeptanz von Homeschooling ist mit 5 Prozent weit abgeschlagen, was an unzureichender Ausstattung, fehlenden digitalen Prozessen und Konzepten liegen könnte.

Die Corona-Impfkampagne hat vielen Bürgern die Möglichkeiten und Vorteile der digitalen Bürgerservices nähergebracht und könnte beispielhaft für die Nutzung weiterer digitaler Angebote sein. Im Schnitt will heute jeder Dritte in Zukunft digitale Bürgerservices nutzen (36 Prozent).

Differenziert nach Altersgruppen ergeben sich allerdings auch hier große Unterschiede. Die Jüngeren haben sie schon überzeugt: Vier von fünf Studenten wollen digitale Bürgerservices zukünftig häufiger nutzen (80 Prozent). Bei den Auszubildenden sind es 60 Prozent. Darin liegt auch ein deutlicher Ansporn für Städte und Gemeinden, ihre Angebote weiter zu verbessern, um für die junge Generation attraktiv zu sein.

Auf die Frage nach einzelnen Bürgerservices antworteten zwei Drittel der Befragten, dass sie ihren Personalausweis, die KFZ-Zulassung, die An- oder Ummeldung ihres Wohnsitzes oder den Reisepass zukünftig gerne digital beantragen würden (67 Prozent). Spitzenreiter sind hier Anträge zum Personalausweis: 80 Prozent der Studenten würden das gern zukünftig digital erledigen. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es sogar 89 Prozent.

Die wichtigsten Zahlen & Fakten zu Erwartungen versus Realität der Deutschen im digitalen Alltag in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: ServiceNow

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