Nur ein Viertel der Unternehmen mit Multifaktor-Authentifizierung – 4 von 10 Deutschen wollen es

Die Mehrheit der Portalanbieter erfüllt nicht die Erwartungen der deutschen Verbraucher für die Anmeldung zu einem Online-Dienst. 

Online-Einkäufe, Abwicklung von Bankgeschäften oder Musik- und Videostreaming: verstärkt durch die Pandemie loggen sich Verbraucher täglich über unzählige Portale ein, um auf bestimmte Services zugreifen zu können.

Aber wissen IT- und Marketing Entscheider um die Login-Präferenzen ihrer Nutzer? Und adressieren sie deren Erwartung an den Datenschutz? Diesen Fragen sind die Marktforscher von YouGov und der amerikanische Identitätsanbieter Auth0 in einer Studie nachgegangen.

Die Erhebung zeigt: Die Mehrheit der befragten Unternehmen erfüllen nicht die Erwartungen ihrer Nutzer für die Anmeldung zu einem Online-Dienst. Denn deutsche Verbraucher würden sich eher bei einer App oder einem Online-Dienst registrieren, wenn sie sich mit einer Multifaktor-Authentifizierung (40 Prozent) und mit Single Sign-On (SSO) – also eine einzige ID und ein einziges Passwort für mehrere verbundene Dienste – anmelden können (32 Prozent).

Knapp ein Drittel der befragten Verbraucher meldet sich zudem eher an, wenn ein Unternehmen biometrische Logins anbietet (31 Prozent), gefolgt von passwortlosen Logins (25 Prozent). Nur ein knappes Viertel der Befragten meldet sich über Social Logins, also Anmeldemöglichkeiten sozialer Netzwerke wie Google, Apple oder Facebook an (24 Prozent).

Trotz der allgemeinen Frustration über die Verwendung herkömmlicher Passwörter und der Nachfrage nach modernen Login-Technologien bieten die meisten Unternehmen diese Anmeldeoptionen nicht an. Zwar stellt fast jedes zweite der befragten deutschen Unternehmen den Nutzern SSO-Funktionen bereit (46 Prozent), aber nur gut ein Viertel bietet die nachgefragte MFA-Technologie an (27 Prozent).

Vielmehr setzen drei von zehn Unternehmen auf das Anmelden per Social Login (29 Prozent), ein Viertel bietet passwortlose Anmeldungen an (24 Prozent) – und nur 17 Prozent hat bereits biometrische Login-Lösungen im Einsatz. Jeder zehnte bietet keine der oben genannten Login-Technologien für ihre Online-Dienste an (10 Prozent).

Deutsche Verbraucher geben zudem an, dass es sie am meisten frustriert, lange Anmelde- und Registrierungsformulare bei der Nutzung eines Online-Services ausfüllen zu müssen (42 Prozent) sowie private Informationen eingeben zu müssen (38 Prozent).

Jeden Dritten frustriert es überdies, wenn der Anmeldeprozess für eine neue Webseite oder einen neuen Online-Dienst die Erstellung eines Passworts erfordert, das bestimmte Anforderungen erfüllen muss (33 Prozent). Ähnlich viele Befragte frustriert es, für jede App oder jeden Online-Dienst eine neue ID und ein neues Passwort erstellen zu müssen (31 Prozent).

Weitere Zahlen & Fakten zu den Wünschen deutscher Verbraucher rund um Logins in der folgenden Infografik:

Quelle: Auth0

Verwandte Artikel:

Neun von zehn Unternehmen wollen Passwörter mittelfristig abschaffen

Die populärsten Passwörter 2019 – und die Veränderung zu 2018

Geschichte & Zukunft von Passwörtern: Durchschnittlicher User mit 191 Passwords

Wiederverwendung von Passwörtern ist unsicher – zwei Drittel tun es trotzdem

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*