10 Millionen Denial-of-Service-Angriffe im Jahr 2020 – ein Plus von 22 Prozent gegenüber 2019

Die monatlichen Cyberangriffe überstiegen im März des vergangenen Jahres die Zahl von 800.000 – und haben diese seitdem nicht mehr unterschritten.

Das gesamte Jahr 2020 stand weitgehend im Einfluss von Corona – das betrifft nicht nur das Gesundheitswesen, den Bildungssektor oder den Handel, die massiv unter den pandemiebedingten Einschränkungen litten. Zugleich nutzten Cyberkriminelle Schwachstellen aus, die durch die massiven Veränderungen in der Internetnutzung entstanden sind, da viele Nutzer nicht mehr durch Sicherheitssysteme auf Unternehmensniveau geschützt waren.

Demnach ereigneten sich im Jahr 2020 zehn Millionen verteilte Denial-of-Service-Angriffe (distributed Denial-of-Service oder DDoS – siehe Erläuterung) auf die Computer von Unternehmen und Behörden weltweit – ein Anstieg um satte 22 Prozent gegenüber 2019. Das ist die zentrale Aussage einer Studie, die der amerikanische IT-Security-Anbieter Netscout kürzlich veröffentlicht hat.

Angreifer richteten ihr Augenmerk vor allem auf lebenswichtige Branchen wie E-Commerce, Streaming-Dienste, Online-Lernen und das Gesundheitswesen. Schon im ersten Halbjahr 2020 stiegen DDoS-Attacken – wie hier berichtet – um 15 Prozent.

In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres gab es einen weiteren Anstieg von DDoS-Attacken, Brute-Forcing von Zugangsdaten und Malware, die auf mit dem Internet verbundene Geräte abzielt.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • Die Zahl der monatlichen DDoS-Angriffe überstieg die Marke von 800.000: Die monatlichen DDoS-Angriffe überstiegen im März die Zahl von 800.000 und haben diese nicht mehr unterschritten, was ein „New Normal“ für DDoS-Angriffsaktivitäten darstellt. Im Jahr 2020 gab es durchschnittlich 839.083 Angriffe pro Monat, ein Anstieg von fast 130 Tausend Angriffen gegenüber 2019.
  • Mirai-Malware blühte während der Pandemie weiter auf: Angreifer, welche die Mirai-Malware und ihre Varianten verwenden, nutzten die Verschiebung weg vom Schutz für Unternehmen aus, um einen Anstieg der Brute-Force-Angriffe auf IoT-Geräte (Internet of Things) für Verbraucher zu generieren. Cyberkriminelle nahmen mehr Geräte in ihre Botnets auf, um die Häufigkeit, den Umfang und den Durchsatz von DDoS-Angriffen weltweit weiter zu erhöhen.
  • Überlastete Firewalls und Virtual Private Network (VPN)-Konzentratoren: Die beiden wichtigsten Technologien, die während der Pandemie-Sperre eingesetzt wurden, trugen in 83 Prozent der Unternehmen, die DDoS-Angriffe erlitten, zu den Ausfällen bei.

Weitere Zahlen & Fakten zu Denial-of-Service-Attacken im Jahr 2020 in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Netscout

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