Denial-of-Service-Angriffe steigen im ersten Halbjahr 2020 um 15 Prozent – Allzeithoch im Mai

im Mai dieses Jahres wurden fast eine Millionen Cyberattacken auf Server und Webseiten festgestellt – die größte je gemessene Zahl von Einzelangriffen.

Im Windschatten der Corona-Pandemie haben Hacker und Cybergangster ihre Angriffe auf Server und Webseiten dramatisch hochgefahren. Demnach ereigneten sich im ersten Halbjahr fast fünf Millionen verteilter Denial-of-Service-Angriffe (distributed Denial-of-Service oder DDoS – siehe Erläuterung) ein Anstieg von 15 Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte 2019.

Dabei konzentrieren sich die Angreifer sich mit komplexen, durchsatzstarken Angriffen auf den Absturz lebenswichtiger und systemrelevanter Sektoren der Corona-Ära wie des Gesundheitswesens, des E-Commerce und der Bildungseinrichtungen. Das sind die zentralen Befunde des Threat Intelligence Reports für das erste Halbjahr 2020, den der amerikanische IT-Security-Anbieter Netscout kürzlich veröffentlicht hat.

Demnach verstärkten Cyberkriminelle verstärkten die Angriffe auf Online-Plattformen und -Dienste, die in einer zunehmend digitalen Welt von entscheidender Bedeutung sind, darunter E-Commerce, Bildung, Finanzdienstleistungen und das Gesundheitswesen.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

  • Cyberkriminelle starteten während der Corona-Pandemie rekordverdächtige Angriffe auf Online-Plattformen und -Dienste: Mehr als 929.000 DDoS-Angriffe ereigneten sich im Mai, was die größte Anzahl von Einzelangriffen darstellt, die jemals in einem Monat beobachtet wurde. 4,83 Millionen DDoS-Angriffe ereigneten sich in der ersten Jahreshälfte 2020, was einen Anstieg von 15 Prozent darstellt. Die Häufigkeit von DDoS-Angriffen während der Lockdown-Monate (März bis Juni) stieg um 25 Prozent.
  • Cyberkriminelle konzentrierten sich auf kürzere, komplexere Angriffe: Übergroße 15-plus-Vektorangriffe nahmen seit 2017 um satte 2.851 Prozent zu, während die durchschnittliche Angriffsdauer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte sank (minus 51 Prozent). Darüber hinaus gingen die Angriffe mit nur einem Vektor um 43 Prozent zurück, während der Angriffsdurchsatz um 31 Prozent anstieg und 407 Millionen Datenpakete pro Sekunde (Million pakets per second, Mpps) erreichte. Die Zunahme der Komplexität und Geschwindigkeit der Angriffe in Verbindung mit der Verkürzung der Dauer gibt den Sicherheitsteams weniger Zeit, ihre Organisationen vor immer raffinierteren Angriffen zu schützen.
  • Organisationen und Einzelpersonen tragen die Kosten von Cyberangriffen: Um die Auswirkungen von DDoS-Angriffen auf den globalen Internetverkehr zu ermitteln, haben die Netscout-Experten den DDoS Attack Coefficient (DAC) entwickelt. Er stellt die Menge des DDoS-Angriffsverkehrs dar, der das Internet in einer bestimmten Region oder einem bestimmten Land während eines beliebigen Zeitraums innerhalb einer Minute durchquert. Wenn kein Verkehr auf DDoS zurückgeführt werden kann, wäre die Menge gleich Null. Der DAC ermittelte einen regionalen Spitzendurchsatz von 877 Mpps in der asiatisch-pazifischen Region und eine Spitzenbandbreite von 2,8 Terabit pro Sekunde (Tbps) in EMEA. Der DAC ist wichtig, da Cyberkriminelle nicht für Bandbreite bezahlen. Er demonstriert die „DDoS-Steuer“, die jede mit dem Internet verbundene Organisation und jeder Einzelne bezahlt.

Weitere Zahlen & Fakten zu Denial-of-Service-Attacken im ersten Halbjahr 2020 in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Netscout

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