Jedes zweite deutsche Industrieunternehmen setzt bereits aufs Industrial Internet of Things

Das industrielle Internet der Dinge ist für die produzierenden Unternehmen in Deutschland der wichtigste Treiber für Transformationsprozesse.

Drei Viertel der Entscheider in deutschen Industrieunternehmen sehen ihren Markt im Prozess der digitalen Transformation. Die Hälfte der Firmen setzt dabei bereits auf den Einsatz von Industrial Internet of Things (IIoT); zudem planen zwei Drittel der Nicht-Nutzer die Einführung.

Das sind die zentralen Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie des Marktforschers Forsa im Auftrag des auf IIoT-Lösungen spezialisierten Start-ups Relayr, das im Jahr 2018 von der Munich Re übernommen wurde.

Demnach beobachten drei Viertel aller deutschen Industrieunternehmen einen Transformationsprozess innerhalb ihres jeweiligen Marktes (77 Prozent). Auf ihr eigenes Unternehmen bezogen, geben sogar 94 Prozent der Entscheider an, sich in einem Prozess der digitalen Transformation zu befinden.

Ein gutes Viertel der Unternehmen verortet sich momentan in der „Phase der Maßnahmenplanung“ (27 Prozent); ein weiteres Drittel sieht sich in der „Phase der Erprobung, des praktischen Ausprobierens von Maßnahmen und Überprüfen der Wirksamkeit“ (34 Prozent).

Künstliche Intelligenz, Blockchain und Big Data gelten neben IIoT als die drei prägendsten Schlüsseltechnologien in der Industrie. IIoT wird von 60 Prozent der Unternehmen als „wichtig“ bis „sehr wichtig“ eingeschätzt und setzt sich somit gegen Big-Data-Technologien (46 Prozent) und Künstliche Intelligenz (36 Prozent) durch. Blockchain-Technologien werden im Vergleich nur von 10 Prozent der Industrieunternehmen als „wichtig“ bis „sehr wichtig“ bewertet.

Zum Zeitpunkt der Befragung im Sommer 2020 nutzte bereits die Hälfte der Unternehmen IIoT-Technologien (49 Prozent). Die meisten Unternehmen setzen die Technologie seit ein bis zwei Jahren (35 Prozent) oder drei bis fünf Jahren (39 Prozent) ein.

Als Hauptgründe für den Einsatz von IIoT werden wesentliche Aspekte wie Prozessoptimierung (24 Prozent), Effizienz (18 Prozent) sowie Anforderungen des Auftraggebers oder Marktes (17 Prozent) oder auch Modernisierung (15 Prozent) benannt.

Das Ziel der Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung spiegelt sich auch im meistgenannten Anwendungsgebiet von IIoT wider: 84 Prozent der Unternehmen nutzen IIoT, um an ihren Maschinen oder Anlagen Datenanalysen anhand von Sensordaten vorzunehmen.

Von den Nicht-Nutzern planen ganze 65 Prozent IIoT in Zukunft einzuführen. Ihre Hauptmotivation, IIoT neu zu implementieren, besteht in der Verbesserung betrieblicher Abläufe (87 Prozent) sowie der Erhöhung der Qualität (79 Prozent).

Von denjenigen, die in der Zukunft keinen IIoT-Einsatz planen, würden drei Viertel der Befragten bei einer Absicherung der Verbesserung ihrer Geschäftsergebnisse ihre Meinung ändern und IIoT einführen (75 Prozent).

Weitere Ergebnisse zu Nutzung des industriellen Internet der Dinge in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Relayr

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