Industrie 4.0: Von Fernwartung über Predicitive Maintenance bis zu Daten-Geschäftsmodellen

Die erfolgreichen Praxisbeispiele aus dem deutschen Mittelstand zeigen das enorme Potenzial der Vernetzung aller Maschinen und Geräte.

Industrie 4.0 geistert seit einigen Jahren als IT-Schlagwort durch Beraterpräsentationen und Medien. Was genau damit jedoch gemeint ist – und wie die Vernetzung von Maschinen, Geräten und Gadgets aller Art über das Internet die Abläufe in der Produktion tatsächlich verbessern können, ist oft völlig nebulös.

Dabei zeigen die erfolgreichen Praxisbeispiele – auch und gerade aus dem deutschen Mittelstand – welche Verbesserungspotenziale die Vernetzung und Auswertung der anfallenden Daten tatsächlich bieten. Diese reichen von automatisierter Wartung über optimierten Anlagenbetrieb bis hin zu neuen datengetriebenen Geschäftsmodellen.

Zum Beispiel Mangelberger Elektrotechnik: Der Mittelständler aus dem mittelfränkischen Roth hat schon Ende der neunziger Jahre begonnen, seine Schalt- und Lichtanlagen per Internet mit der Firmenzentrale zu verbinden, um bei Störungen aus der Ferne rasch die Ursachen ermitteln zu können.

Lohn der Bemühungen: Restaurantketten und Lebensmitteldiscounter rund um den Erdball – von Sydney über New York bis London – lassen ihre Kühltruhen, Klimaanlagen und Kassen aus der fränkischen Provinz fernwarten.

Deutschlands zweitgrößter Druckmaschinenbauer Koenig & Bauer fertigt im sächsischen Radebeul seine Bogenoffset-Maschinen. Bogenoffset ist ein Druckverfahren für einzelne Papierbögen, das etwa für Banknoten oder Visitenkarten eingesetzt wird.

Koenig & Bauer erfasst die Daten der 7000 rund um den Globus eingesetzten Druckmaschinen mittels Sensoren und sammelt diese in der Zentrale. Auf diese Daten können alle Kunden zugreifen – und etwa mittels Vergleichswerten die Konfiguration und damit den Output der eigenen Maschine optimieren.

Noch einen Schritt weiter geht Kaeser Kompressoren aus dem oberfränkischen Coburg. Der Mittelständler hat dank der Sensoren an seinen Druckluftkompressoren ein völlig neues Geschäftsmodell etabliert: Druckluft-as-a-Service.

Statt einen Kompressor zu kaufen, können Kunden diesen auch mieten; Kaeser rechnet dabei nur die verbrauchte Druckluft ab – ein vergleichbares Konzept wie Software-as-a-Service, bei dem IT-Dienstleister Anwendungen per Cloud Computing über das Internet zur Miete anbieten, erst ermöglicht von der Vernetzung der Maschinen.

Eine Roadmap zu Industrie 4.0 und Fertigung 4.0 gibt’s in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Hitachi

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