Ein Drittel der Mitarbeiter verschwendet Arbeitszeit wegen schlechter Prozesse

Im Schnitt verbringt ein Mitarbeiter mehr als 30 Arbeitstage im Jahr mit monotonen und nicht strategisch wertvollen Aufgaben.

Dass insbesondere die Corona-Krise den Alltag vieler Unternehmen in diesem Jahr verändert hat, habe ich schon mehrfach hier im Blog beschrieben. Dazu gehört unter anderem die stärkere Nutzung neuer Technologien, um den Arbeitsalltag im Heimbüro überhaupt erst zu ermöglichen. Dabei sind die Unternehmen aber längst nicht so weit voran gekommen, wie sie selber angesichts des reibungslosen Einsatzes von Videokonferenzen und Kollaborationssoftware glauben mögen.

So sagen 43 Prozent der deutschen Angestellten, dass mangelhafte Prozesse das tägliche Arbeitsleben verkompliziert hätten – und zwar bis zu dem Punkt, dass einer von fünf Mitarbeitern deshalb versucht war, den Job zu wechseln (auf globaler Ebene sogar jeder vierte). Ein enttäuschendes Ergebnis vor dem Hintergrund, dass zwei Drittel der Büroangestellten überzeugt davon sind, dass Geschäftsprozesse in ihrem Unternehmen eigentlich leicht vereinfacht werden könnten. Dies sind die zentralen Ergebnisse einer Studie, die der US-Anbieter von Software für Dokumenten-Erfassung und optische Zeichenerkennung Abbyy kürzlich durchgeführt hat.

Demnach sagen sechs von zehn Angestellten in Deutschland, dass gut funktionierende Geschäftsprozesse ihnen helfen würden, ihre Aufgaben schneller und besser zu erledigen (59 Prozent). Allerdings sehen 40 Prozent aktuell keine Fortschritte in der Verbesserung von Prozessen in ihrer Organisation. Damit nicht genug: Ein Drittel der Mitarbeiter verschwendet wegen schlechter Prozesse eher noch Zeit (32 Prozent); ein Viertel wurde sogar daran gehindert, seine Arbeit richtig auszuführen (24 Prozent).

Neue Technologien können sich also positiv auf Unternehmensprozesse und die Arbeitssituation von Angestellten auswirken und diese verbessern. Und in der Realität handelt es sich dabei auch um einen der Trends, die man im Laufe der Corona-Pandemie tatsächlich feststellen konnte. Denn drei von fünf Betrieben in Deutschland haben neue Technologien in den letzten Monaten eingeführt (61 Prozent) – und das trotz Fernarbeit auch in den allermeisten Fällen sehr erfolgreich (88 Prozent).

Fast neun von zehn Mitarbeiter unterstreichen ebenfalls den positiven Effekt von neuen Technologien und Lösungen in ihrem Arbeitsalltag (86 Prozent). Unter anderem empfinden 38 Prozent ihre Arbeit dadurch als effizienter und für 32 Prozent erleichtern sie die Zusammenarbeit mit Kollegen.

Zudem sieht die überwältigende Mehrheit die direkte Anwendung neuer Technologien als verhältnismäßig einfach an. Selbst für ältere Generationen sind digitale Helfer kein Hindernis, sondern vielmehr eine vorteilhafte Unterstützung bei Routineaufgaben, beispielsweise bei der Sortierung und Klassifizierung von Daten (34 Prozent) oder der Digitalisierung von Dokumenten (32 Prozent).

Das ist umso bemerkenswerter, als Arbeitnehmer in Deutschland täglich zwischen dreißig Minuten und bis zu drei Stunden für Routinearbeiten aufwenden, die problemlos von intelligenten Technologien übernommen werden könnten. In der Realität bedeutet das: Im Schnitt verbringt ein Mitarbeiter mehr als 30 Arbeitstage im Jahr mit monotonen und nicht strategisch wertvollen Aufgaben

Weitere Zahlen & Fakten zur Nutzung intelligenter Technologien in Zeiten von Corona in der folgenden Infografik:

Quelle: Abbyy

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