Krokers RAM: Facebook & Twitter – die zwei größten Verlierer der US-Präsidentschaftswahl

Mein Rant am Morgen: Im Vorfeld der US-Elections haben die großen sozialen Netzwerke massiv in die Verbreitung von journalistischen Inhalten eingegriffen – und damit ihre Position als vermeintlich neutrale Vermittler preisgegeben. Ein Vorgang, der mehr als nur einen schalen Beigeschmack hinterlässt.

Bis zum heutigen Freitagmorgen ist die US-Präsidentschaftswahl – trotz der Vorsprungs von Herausforderer Joe Biden gegen Amtsinhaber Donald Trump – weiterhin eine Hängepartie aufgrund der letzten engen Swing-States.

Gleichwohl lassen sich die zwei vielleicht größten Verlierer der US-Wahl bereits heute benennen: Die beiden sozialen Netzwerke Facebook und Twitter, die mit teils erratischen Entscheidungen im Vorfeld der Elections massiv in das Ringen zwischen Trump und Biden eingegriffen haben.

Am auffälligsten war dies Mitte Oktober, als Twitter und Facebook die Weiterverbreitung eines US-Berichts über Joe Biden massiv einschränkten. Seinerzeit hatte das Boulevardblatt „New York Post“ (NYP) berichtet, Biden habe sich mit einem Geschäftspartner von Sohn Hunter getroffen – dies gehe aus einer E-Mails hervor, die auf einem Laptop in einer Reparaturwerkstatt gefunden worden sei.

Ein Posting des Links zur „NYP“-Story war etwa auf Twitter kurz nach der Veröffentlichung der Geschichte nicht mehr möglich – selbst eine Weiterleitung per Direct Message unterband der Kurznachrichtendienst.

Zwar räumte Twitter-CEO Jack Dorsey nach dem Vorgang höchstpersönlich ein, dass das Blocken jenes Artikels ein Fehler war. Und verordnete seinem Unternehmen neue Regeln für den Umgang mit durch Hacking erbeutete Inhalte: Diese sollten künftig nur noch dann geblockt werden, wenn sie direkt von Hackern veröffentlicht würden.

Der Diskussion um Meinungsfreiheit und Journalismus haben Facebook und Twitter damit einen Bärendienst erwiesen. Schließlich haben sich die sozialen Netzwerke in der Vergangenheit darauf zurückgezogen, sie seien ja nur Vermittler von Nachrichten, aber selber keine journalistische Instanz.

Mit dem gezielten Eingriff in die Verbreitung einzelner Artikel haben Facebook und Twitter die vermeintlich neutrale Vermittlerposition selbst preisgegeben. Gleichzeitig ist ihre Bedeutung für die Verbreitung von journalistischen Inhalten in den vergangenen Jahren massiv gestiegen. Genau deshalb hinterlässt das Vorgehen der US-Konzerne mehr als nur einen schalen Beigeschmack – Zensur lässt grüßen.

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