Internet of Things & künstliche Intelligenz: Die vier Phasen der Machine Economy

Die Machine Economy kommt: Vernetzte Maschinen im Internet of Things eröffnen in den kommenden Jahren ein riesiges Geschäftspotenzial.

Die Verknüpfung der Digitalisierung mit der physischen Welt ist geprägt von Technologien, die jede für sich allein ganze Branchen umwälzen könnte. Werden das Internet of Things (IoT) und Künstliche Intelligenz (KI) miteinander verknüpft, macht dies völlig automatisierte Geschäftsmodelle möglich: Eine Machine Economy, in der Maschinen, Anlagen, Logistik und Produktion autonom miteinander kommunizieren und Transaktionen durchführen.

Vernetzte Maschinen werden sich zukünftig selbst leasen, Wartungstechniker einstellen oder Ersatzteile bezahlen. Durch diese Vernetzung werden nicht nur einzelne Produktionsschritte, sondern die gesamte Wertschöpfungskette mit allen Phasen des Produktlebenszyklus optimiert.

Das funktioniert so: IoT-Geräte – bis zum Jahr 2025 werden sie weltweit auf eine Anzahl von 75 Milliarden ansteigen – bieten durch ihre Vernetzung mit dem Internet die Basis, um eine Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) zwischen intelligenten Sensoren und Geräten zu ermöglichen.

Dabei generieren sie Echtzeitdaten, die von Distributed-Ledger-Technologien (DLT) – eine Technologie der verteilten Kassenbücher wie bei der Blockchain – und Machine Learning weiterverwertet werden. Über DLT können Maschinen autonom, transparent und sicher Transaktionen ausführen und Käufe auf der Grundlage individueller oder geschäftlicher Bedürfnisse tätigen.

Smarte Maschinen mit integrierten Sensoren, die Daten sammeln diese weitergeben, gibt es schon heute. In naher Zukunft wird es smarte Analysen durch sich selbst überwachende Maschinen geben, die Wartungsservices eigenständig anfordern.

Predictive Maintenance ist bereits Realität, wird aber aktuell noch von Menschen begleitet. Das wird künftig ebenso wenig nötig sein wie der Testfahrer, der momentan noch in selbstfahrenden Autos mit den Händen am Steuer sitzt.

Der nächste Schritt sind smarte Services mit Abonnementmodellen und Echtzeit-Leasing von Maschinen und Pay-per-Use-Bezahlung. In der vierten und letzten Phase werden Maschinen zu autonomen Marktteilnehmern, die Entscheidungen fällen, ohne dass menschliches Eingreifen erforderlich ist – und damit zu eigenständigen Akteuren.

Potenzial und Anwendungsszenarien:

  • Senkung der Kosten und Steigerung der Einnahmen: IoT erlaubt etwa den Herstellern von Industrieausrüstungen die Automatisierung von Prozessen, Just-in-Time-Fertigung (JIT), Fernüberwachung und vorbeugende Wartungen.
  • Verbesserung der betrieblichen Effizienz: Mit M2M-Sensoren lassen sich Anlagen direkt aus dem Bestand über die gesamte Lieferkette hinweg überwachen und nachverfolgen.
  • Schaffung neuer Werte: Neue Marktplätze, Branchen und Geschäftsmodelle werden entstehen, beispielsweise „as a Service“-Geschäftsmodelle.
  • Minderung der mit dem Besitz von Vermögenswerten verbundenen Risiken: Für Unternehmen sinkt die Notwendigkeit, Vermögenswerte zu besitzen, zu unterhalten und zu verwalten.
  • Miete statt Kauf – oder: Der Übergang von CapEx zu OpEx: Unternehmen können Ausrüstung auf Grundlage spezifischer Bedürfnisse und geplanter Produktionszyklen mieten oder leasen. Durch die Einsparung hoher Investitionskosten für den Ankauf von Maschinen können sich neue Unternehmen aufgrund der geringeren Eintrittsbarrieren einfacher beteiligen.
  • Stärkung von Belegschaft und Produktion: Angesichts eines Fachkräftemangels und stetig zunehmender Komplexität unterstützen IoT und ergänzende Technologien die Mitarbeiter bei der Arbeit an den Maschinen.
  • Erhöhung der Transparenz durch Daten: Der Einsatz intelligenter Sensoren ermöglicht es Unternehmen, ihr Branchenwissen zu stärken, um die Bedürfnisse der Verbraucher zu befriedigen und nachhaltige Geschäftspraktiken zu verbessern.

Die wichtigsten Zahlen & Fakten zur nächsten Revolution in der Machine Economy in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Next Big Thing

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