Extended Reality, Full Immersion & Co.: Zukunft der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine

Intelligente Schnittstellen zwischen Mensch & Computer könnten via Sprach-, Gesten- und Gedankensteuerung bald Tastatur und Touchscreen ersetzen.

Dass das Thema künstliche Intelligenz (KI) längst keine Zukunftsmusik mehr ist, habe ich erst Anfang dieser Woche hier im Blog näher beleuchtet: So sind beispielsweise aktuell dank Smartphone, Alexa & Co. bereits mehr als vier Milliarden KI-gestützte Sprachassistenten weltweit im Einsatz.

Ein eng mit den Themen KI und Robotik verknüpftes Thema ist die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine: Denn Technologie wird zunehmend zum Werkzeug für die Erweiterung der menschlichen Sinne und Fähigkeiten. Dafür bedarf es intelligenter und immersiver Schnittstellen. Verdrängen Sprach-, Gesten- und Gedankensteuerung schon bald Tastatur und Touchscreen?

Dazu hat der italienische IT-Berater und Systemintegrator Reply mit Hauptsitz in Turin in einer Studie verschiedene Konzepte für Schnittstellen zwischen Mensch und Computer – Neudeutsch auch Human Machine Interfaces genannt – beleuchtet. „Kroker’s Look @ IT“ präsentiert die Ergebnisse heute exklusiv vorab.

Zum Beispiel Extended Reality (XR): Die unter XR zusammengefassten Technologien ermöglichen ein barrierefreies Zusammenspiel von Mensch und Maschine und eliminieren geographische Distanzen. Sie revolutionieren die Interaktion mit anderen Menschen und der Umwelt: Augmented, Virtual und Mixed Reality unterstützen die Entscheidungsfindung bei Verbrauchern und können zu Kostensenkungen sowie zu mehr Effizienz und einer produktiveren Umgebung führen.

Weitere aufkommende Trends sind Gestensteuerung und 3D-Displays, die ein virtuelles dreidimensionales Bild eines Objekts erzeugen und interaktive Möglichkeiten bieten. Auch Smart Glasses, die dem Träger zusätzliche Informationen zum Gesehenen einblenden, zählen zu den XR-Trends.

Ein anderes Beispiel sind Full-Immersion-Technologien: Diese erlauben den unmittelbaren Informationsaustausch zwischen Mensch und Maschine. Fortschritte in vollständig immersiven Technologien und Neurowissenschaften zeigen, dass eine Welt entsteht, in der Menschen vollständig mit Computern verbunden sind.

Wissenschaftliche Forschungen in der Medizin weisen den Weg in eine Zukunft, in der das menschliche Gehirn Computer mit bloßen Gedanken steuern und Ideen über Headsets oder Hirnimplantate austauschen kann. Bereits heute arbeiten Unternehmen an den neural gesteuerten Interfaces. Sie bieten direkte Kommunikationswege zwischen einem vernetzten Gehirn und externen Geräten. Als weitere Stufe dieser Entwicklung zielen Trendtechnologien im Bereich Augmented Body darauf ab, den menschlichen Körper und seine Leistungsfähigkeit durch Mittel wie Implantate oder elektronische Tattoos zu verstärken.

Der Trendreport identifiziert darüber hinaus vier Visionen, die bald Wirklichkeit werden könnten:

  • Gedankenübertragung: Ideen, Gefühle und Erinnerungen können unmittelbar mit anderen Menschen geteilt werden.
  • Human Enhancement: Durch die direkte Verbindung des Gehirns mit Computern, KI-gesteuerten Assistenten und dem Internet kann Know-how in das Gehirn heruntergeladen oder mit superintelligenten KI-Systemen erweitert werden.
  • Neural Healthcare: Immersive Technologien ermöglichen die Genesung von heute noch unheilbaren Krankheiten wie Parkinson oder Lähmungen.
  • Virtuelle Kopien: Durch die Verbindung mit Computern lassen sich Gedanken, Erinnerungen und Gefühle eines Menschen als Daten speichern und ermöglichen eines Tages vielleicht sogar eine vollständige virtuelle Kopie des Gehirns.

Weitere Informationen rund um Human Machine Interfaces in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Reply

Verwandte Artikel:

2017 bereits 4 Milliarden Sprachassistenten mit KI im Einsatz – 7 Milliarden bis 2020

Hälfte der Verbraucher fordert mehr Aufklärung über Rolle der künstlichen Intelligenz

Künstliche Intelligenz auf Rang 4 der Prioritätenliste von Firmen – vor Digitalisierung

Wie ML und künstliche Intelligenz den Vertrieb nach vorne bringen werden

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*