Unternehmen mit starker Daten-Pipeline steigern Umsatz und Gewinn im Schnitt um 17 Prozent

Drei Viertel der Firmen, die in eine Daten-Pipeline investiert haben, konnten ihre betriebliche Effizienz ebenfalls um durchschnittlich 17 Prozent verbessern.

Erst am Montag dieser Woche habe ich hier im Blog beleuchtet, welchen Reifegrad deutsche Unternehmen hinsichtlich ihrer Datennutzung einnehmen. Schließlich ist das Thema datengetriebene Geschäftsmodelle einer der zentralen Punkte der digitalen Transformation. Allerdings verfügen aktuell nur fünf Prozent der hiesigen Firmen über eine ausreichende Datenreife.

Welche Umsatz- und Gewinnpotenziale Unternehmen sich durch die mangelhafte Datennutzung entgehen lassen, zeigt eine weitere Studie, die das Marktanalyseunternehmen IDC und der Datenanalyse-Anbieter Qlik mit Hauptsitz in Radnor im US-Bundesstaat Pennsylvania kürzlich durchgeführt haben. „Kroker’s Look @ IT“ veröffentlicht die Ergebnisse heute exklusiv vorab.

So gaben rund drei Viertel der Befragten, die bereits in eine starke Daten-Pipeline investiert haben, an, dass sich ihre betriebliche Effizienz um durchschnittlich 17 Prozent verbessert hat. Mit Blick auf den Umsatz berichten sie von einer Steigerung um durchschnittlich ebenfalls 17 Prozent – im gleichen Maß steigerte sich der Gewinn.

Die Werte für Deutschland sind nahezu identisch. Lediglich der Gewinnzuwachs fiel mit durchschnittlich 15 Prozent minimal geringer aus. Dafür nahm die Kategorie Kundenzufriedenheit mit einer Steigerung von 21 Prozent den obersten Rang ein.

Bei den globalen Vorreitern bei der Fähigkeit zur tiefgreifenden Datenanalyse, also dem Top-Fünftel der Unternehmen, die über eine starke Daten-Pipeline verfügen, fiel die Steigerungen in Sachen Umsatz, Gewinn und Effizienz mit bis zu 24 Prozent sogar noch deutlich höher aus.

Beim Blick auf die geografischen Unterschiede zeigt sich, wie unterschiedlich die einzelnen Regionen bzw. die einzelnen Länder an Daten-Pipelines und ihre Datenanalyse-Fähigkeiten herangehen – und wie sich dies auf die Unternehmensleistung auswirkt:

  • Der durchschnittliche Datenanalyse-Wert (Index) aller zehn Länder beträgt 41,6. Die länderspezifische Auswertung zeigt erhebliche Unterschiede von bis zu 17 Punkten: Brasilien erreicht mit 52,5 Punkten den höchsten Gesamtwert, Frankreich nimmt mit 34,9 Punkten den letzten, Deutschland mit einem Score von 37,9 den drittletzten Rang ein.
  • Die Index-Gesamtwerte zeigen erhebliche Unterschiede zwischen den drei großen globalen Wirtschaftsräumen: Amerika (USA, Brasilien, Kanada) hatte mit 45 Punkten den höchsten Durchschnittswert, gefolgt von APAC (Indien, Singapur, Japan, Australien) mit 41,8 Punkten und EMEA (Großbritannien, Frankreich, Deutschland) mit 37,8 Punkten.
  • Während Nord- und Südamerika eine überdurchschnittliche Gewinnsteigerung (19 Prozent) erzielen konnte, verzeichnet der APAC-Raum eine überdurchschnittliche Effizienzsteigerung (19,7 Prozent).
  • Neben Umsatz und Gewinn wirkt sich ein höherer Datenanalyse-Index am stärksten auf die Kundenzufriedenheit aus. Diese ist für Unternehmen gerade in von der Corona-Pandemie betroffenen Märkten sehr wichtig. Der Gesamtdurchschnitt des Anstiegs in der Kategorie Kundenzufriedenheit betrug 19,7 Prozent. Australien lag mit einer Steigerung von 27 Prozent an der Spitze, Deutschland mit 21 Prozent im Mittelfeld.  APAC verzeichnete mit 21,5 Prozent den höchsten durchschnittliche Anstieg, gefolgt von Amerika mit 19,6 Prozent und EMEA mit 17,3 Prozent.
  • Nahezu alle Unternehmen gaben an, dass die größte Herausforderung darin besteht, zu ermitteln, welche Datenquellen relevant und wertvoll sind (96 Prozent oder mehr). Lediglich Unternehmen in Deutschland und Japan sehen dies als weniger große Herausforderung (jeweils 89 Prozent).

Weitere Zahlen & Fakten aus der Umfrage unter 1200 Unternehmensverantwortlichen zu den Fähigkeiten in Sachen Datenanalyse und -auswertungen in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Qlik/IDC

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