Datengetriebene Unternehmen: Nur ein Fünftel der Mitarbeiter mit ausreichend Datenkompetenz

Daten machen zwar nicht krank, aber viele fühlen sich überfordert: Bei sechs von zehn Beschäftigten sorgt die Datenüberflutung für Stress am Arbeitsplatz. 

Im Zeitalter von vernetzten Maschinen, Geräten, Smartphones bis hin zu einzelnen Sensoren im Internet der Dinge wächst nicht nur die Menge der erzeugten Daten exponenziell – Stichwort Big Data.

Gleichzeitig gewinnt die sinnvolle Auswertung und Aufbereitung dieser Daten im Rahmen der Digitalisierung in Verbindung mit datengetriebenen Geschäftsmodellen einen immer größeren Stellenwert. Von Mitarbeitern in allen Branchen wird daher zunehmend erwartet, dass sie selbstverständlich mit Daten arbeiten.

Die geforderte Datenkompetenz weisen aber noch längst nicht alle Mitarbeiter auf – weltweit nur ein Fünftel der Beschäftigten fühlt sich auf diesem Gebiet ausreichend fit. Mehr noch: Drei Viertel der Mitarbeiter fühlen sich überfordert oder unglücklich, wenn sie mit Daten arbeiten.

Das sind die zentralen Befunde einer Studie, welche die Unternehmensberatung Accenture und der Datenanalyse-Anbieter Qlik mit Hauptsitz in Radnor im US-Bundesstaat Pennsylvania kürzlich durchgeführt haben. „Kroker’s Look @ IT“ veröffentlicht die Ergebnisse heute exklusiv vorab.

Laut MIT ist Datenkompetenz die Fähigkeit, Daten zu lesen, mit ihnen zu arbeiten, sie zu analysieren und mit ihnen zu argumentieren. Diese Kompetenz befähigt alle Arbeitnehmer-Ebenen, die richtigen Fragen zu Daten und zu deren Bedeutung zu stellen, analytisch mit Daten umzugehen, Wissen aufzubauen, datenbasierte Entscheidungen zu treffen und mit anderen zu kommunizieren.

Während Unternehmensleiter den Weg zur datengetriebenen Organisation durchaus aktiv verfolgen, ist die Mehrheit der globalen Mitarbeiter auf die zunehmende Verwendung von Daten in ihrer Rolle nicht vorbereitet: Nur 21 Prozent der Beschäftigten weltweit geben an, dass sie voll und ganz von ihren Datenkompetenzfähigkeiten überzeugt sind.

Die Studie identifizierte drei auffällige Konstellationen, wie sich diese Datenkompetenz-Lücke auf die Fähigkeit von Unternehmen auswirkt, in der datengetriebenen Wirtschaft tatsächlich aufzublühen:

  • Die Bedeutung von Daten zu erkennen, führt offenbar nicht automatisch zu deren gleichgroßer Akzeptanz bei den Mitarbeitern. Obwohl fast alle befragten Mitarbeiter Daten als kritischen Faktor für ihre Arbeit erkennen, vertrauen nur gut ein Drittel der Mitarbeiter ihren Entscheidungen mehr, wenn sie auf Daten basieren (37 Prozent)
  • Das Fehlen von souveränen Daten-Kenntnissen beeinträchtigt die Produktivität am Arbeitsplatz. Drei Viertel der Mitarbeiter geben an, dass sie sich überfordert oder unglücklich fühlen, wenn sie mit Daten arbeiten – was sich wiederum auf ihre Leistung auswirkt. Mehr als ein Drittel der überforderten Mitarbeiter gibt an, mindestens eine Stunde pro Woche damit zu verbringen, datenbezogene Aufgaben aufzuschieben. Einige überforderte Mitarbeiter gehen sogar so weit, die Verwendung von Daten möglichst ganz zu vermeiden. Mehr als ein Drittel sucht Umwege bei der Arbeit, um Aufgaben ohne das Verwenden von Daten zu erledigen.
  • Neue Technologien am Arbeitsplatz erhöhen offenbar den Druck: Mitarbeiter berichten, dass die Arbeit mit einigen Unternehmens-Technologien sie unproduktiver, gestresster und frustrierter macht. Die Erwartung an Arbeitnehmer, im Job datengesteuert vorzugehen, wirkt sich ähnlich aus: Sechs von zehn Befragten geben an, dass die regelmäßige Daten-Überflutung zu Stress am Arbeitsplatz beiträgt.

Jedes Jahr verlieren Unternehmen durchschnittlich mehr als fünf Arbeitstage (43 Stunden) pro Mitarbeiter aufgrund von Aufschub und Krankheit durch Stress mit Informations-, Daten- und Technologieproblemen. Dies entspricht einem weltweiten Produktivitätsverlust in Milliardenhöhe, wobei die Produktivitätsverluste etwa in den USA 109,4 Milliarden Dollar erreichen.

Weitere Ergebnisse des sogenannten Data Literacy Projects in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Qlik

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