Krokers RAM: Der Abgang von Jennifer Morgan ist ein enormer Imageschaden für SAP!

Mein Rant am Morgen: Der Rücktritt der amerikanischen Co-Chefin versetzt den Bemühungen des Software-Konzerns aus Walldorf für mehr Diversität und Geschlechtergerechtigkeit einen gehörigen Rückschlag.

Der überraschende Rücktritt von Jennifer Morgan als Co-Chefin von SAP in der Nacht zum Dienstag hat regelrechte Schockwellen in und um Walldorf gesendet: Schließlich ist es gerade mal sechs Monate her, dass Morgan gemeinsam mit Christian Klein zum neuen Führungsduo des deutschen Softwarekonzerns berufen wurde.

Die damaligen SAP-Co-Chefs Klein & Morgan im Januar in Walldorf

Wie mein Kollege Matthias Hohensee und ich in großen Story in der aktuellen WiWo näher beleuchtet haben, gab es einen wachsenden Dissens in der SAP-Spitze um die künftige Strategie, vor allem bei der Integration der vielen zugekauften Cloud-Töchter. Zudem wollte Morgan wohl alleinige CEO werden – und hat diesen Machtkampf verloren.

So sehr der Schritt aus Sicht des Aufsichtsrats um SAP-Mitgründer und Chefkontrolleur Hasso Plattner verständlich ist, um das Management zu befrieden und die Führung in der Coronakrise zu einen – der Schritt bedeutet gleichwohl auch einen enormen Imageschaden für SAP.

Schließlich war die 49-jährige Amerikanerin die erste (Mit-)Chefin eines DAX-Konzerns überhaupt – entsprechend stark stand sie seit ihrer Berufung Mitte Oktober 2019 zumindest hierzulande im Mittelpunkt, auch und gerade in der Wirtschaftspresse.

Für die Walldorfer, die sich seit geraumer Zeit Themen wie Diversität und Geschlechtergerechtigkeit auf die Fahnen geschrieben haben, ist Morgans Rücktritt daher ein Schlag ins Kontor – mehr noch: Mit der Irin Adaire Fox Martin hat SAP jetzt nur noch eine Frau im Vorstand. Als Signal an andere Frauen, übrigens genauso wie nicht-deutsche Manager, ist das ziemlich ernüchternd, vorsichtig ausgedrückt.

Oder zusammengefasst – wie in unserer WiWo-Story getitelt: „Mann spricht Deutsch

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Alle Kommentare [1]

  1. Man sollte bei Stellenbesetzungen in ersten Linie auf Kompetenzen setzen. Und erst dann, wenn ein Bewerber und eine Bewerberin gleichwertig sind, ev. einer weiblichen Kandidatin der Vorrang geben. Ansonsten würden ja männliche Bewerber nur auf Grund ihres Geschlechtes benachteiligt.