Fast die Hälfte der deutschen Unternehmen ohne Erkenntnisse aus gesammelten Daten

Dabei erkennen fast alle Firmen die Bedeutung von Daten für ihren Geschäftserfolg und haben entsprechende Datenstrategien etabliert.

Die wertvollsten Weltkonzerne wie Google, Microsoft oder Facebook agieren und arbeiten heute datengetrieben. Das zeigt, dass der Umbau zu einer datengetriebenen Organisation heute für alle Unternehmen unverzichtbar ist, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Allerdings besteht hier in Deutschland großer Nachholbedarf: Fast die Hälfte der Firmen sind nicht in der Lage, geschäftsrelevante Erkenntnisse aus den gesammelten Daten zu ziehen (47 Prozent).

Das ist umso verwunderlicher, weil immerhin bereits acht von zehn Unternehmen die Bedeutung von Daten für ihren Geschäftserfolg erkennen (83 Prozent) und fast alle entsprechende Strategien für den gewinnbringenden Umgang mit Daten etabliert haben (97 Prozent).  Das sind die zentralen Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten Studie des Datenbank- und analyseherstellers Exasol aus Nürnberg.

Die enormen Potenziale der wirtschaftlichen Gewinnschöpfung durch die vielfältigen Möglichkeiten, Daten massenhaft zu sammeln, zu verknüpfen und auszuwerten, werden hierzulande aus verschiedenen Gründen nicht nicht ausgeschöpft:

  • Verschenkte Potenziale
    • 97 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben bereits Strategien für den gewinnbringenden Umgang mit Daten etabliert.
    • Jedoch sind 47 Prozent der Datenanalyse-Teams in deutschen Unternehmen nicht in der Lage, geschäftsrelevante Erkenntnisse aus den gesammelten Daten zu ziehen und diese damit wertschöpfend zu nutzen.
    • Ein Hindernis ist dabei die unzureichende Demokratisierung von Daten – der unternehmensweite Zugriff auf Daten und deren Auswertung: 48 Prozent der Unternehmen geben an, dass das für sie nicht durchführbar sei.
  • Interne Widerstände
    • 45 Prozent der deutschen Unternehmen berichten von internen Widerständen gegen die Einführung von datengestützten Methoden.
    • Der Hauptgrund für den Widerstand der Mitarbeiter ist in Deutschland die Angst vor einer Entlassung, wenn alle Entscheidungen auf Daten basieren (33 Prozent).
    • Weitere Hemmschwellen sind die mangelnde Aufklärung über den Nutzen von Daten (33 Prozent) sowie Sicherheitsbedenken bei sensiblen Informationen (32 Prozent).
  • Verbesserungen in Sicht
    • Die klare Mehrheit der deutschen Unternehmen (81 Prozent) arbeitet bereits daran, das Bewusstsein für die Bedeutung einer datengetriebenen Kultur zu verbessern.
    • 80 Prozent geben zudem an, dass sie eine Stärkung ihrer Datenkultur anstreben.

Die wichtigsten Ergebnisse gibt’s zudem in der folgenden Infografik im Überblick:

Quelle: Exasol

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