Digitalisierung & Big Data: Nur 17 Prozent der Unternehmen monetarisieren ihre Daten

Immerhin ein Viertel aller Unternehmen in Deutschland hält es derzeit für nicht denkbar, künftig datengetriebene Geschäftsmodelle zu etablieren.

Ein wichtiger Bestandteil bei der digitalen Transformation ist das Ausschöpfen all der Daten, die all die miteinander vernetzten Geräte, Maschinen und Sensoren – Stichwort Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) – ständig erzeugen.

Denn die wahren Chancen liegen weniger in der Digitalisierung bisher analog ablaufender Geschäftsprozesse, sondern im Aufbau völlig neuer datengetriebener Geschäftsmodelle, um sich dadurch neue Wertschöpfungsquellen zu erschließen.

Soweit jedenfalls die Theorie. In der Praxis sind die Unternehmen allerdings noch ziemlich weit von jenem Ideal entfern. Zwar haben viele Unternehmen den finanziellen Wert ihrer Daten erkannt, doch nur wenige schöpfen diesen auch aus. Das ist der zentrale Befund einer Studie, die das IT-Analysehaus BARC aus Würzburg im Auftrag des Anbieters von Analysesoftware Tableau durchgeführt hat.

Demnach sind Datenprodukte bei gerade einmal 17 Prozent der befragten Unternehmen bereits fester Bestandteil der Geschäftsprozesse. Immerhin rund 40 Prozent der Teilnehmer gab an, dass ihr Unternehmen plant, Daten zu monetarisieren oder sich bereits in einer Pilot-Phase befindet.

Weitere 20 Prozent halten Datenmonetarisierung in ihrem Unternehmen zumindest für denkbar. Im Gegensatz dazu hält es ein Viertel der Befragten für gar nicht denkbar, dass ihr Unternehmen künftig Daten monetarisiert.

Zu den Hauptgründen dieser Skeptiker gehören vor allem Risiken die Datenqualität, -sicherheit und -Governance betreffend (32 Prozent). Für rund die Hälfte hat das Thema keine Relevanz – oder es fehlt noch an überzeugenden Geschäftsmodellen dafür (30 Prozent).

Die Studie offenbart ebenfalls große Unterschiede bei der Datenmonetarisierung der Vorreiter. Führend sind vor allem große Unternehmen aus den Bereichen Einzelhandel, Dienstleistungen, Finanzen und Banken.

Insgesamt monetarisieren hauptsächlich größere Unternehmen ihre Daten. Je etwa ein Viertel der Großunternehmen (25 Prozent) und der größeren mittelständischen Unternehmen (23 Prozent), haben bereits Produkte zur Datenmonetarisierung eingeführt. Diesen Schritt haben nur 9 Prozent der kleinen und 13 Prozent der mittleren Unternehmen unternommen.

Weitere Zahlen & Fakten zum Thema datengetriebene Geschäftsmodelle und Monetarisierung von Daten in der folgenden Infografik:

Quelle: Tableau/BARC

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