Cybercrime: Mobil-Angriffe mit Schadsoftware übertreffen erstmals Desktop-Attacken

Die Rate bei mobilen Angriffen stieg im zweiten Halbjahr 2019 um 56 Prozent, während Desktop-Attacken um 23 Prozent zurückgingen.

Cyberkriminalität wird immer mehr zum gut organisierten und globalen Unterfangen, das von Betrugsnetzwerken angetrieben wird. Während Verbraucher Zugang zu Waren und Dienstleistungen aus der ganzen Welt haben, sind Betrüger in der Lage, gestohlene Identitätsdaten zu nutzen, um entsprechende grenzüberschreitende Betrugsangriffe zu starten. Dieses globale, vernetzte Muster der Cyberkriminalität spiegelt sich auch in der Zunahme der Angriffsrate auf mobile Geräte wider.

So verlegen sich Betrüger zunehmend auf mobile Endgeräte: Von den 19 Milliarden Schadsoftware-Attacken im zweiten Halbjahr 2019 übertrafen die mobilen Angriffe zum ersten Mal ihr Desktop-Pendant – ein Plus im Mobilbereich 56 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist der zentrale Befund des jüngsten Cybercrime-Reports, den der Wirtschaftsinformations-Dienst LexisNexis Risk Solutions kürzlich veröffentlicht hat.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick:

  • Globaler vernetzter Betrug: Die Bedrohung durch vernetzte Cyberkriminalität wächst täglich. Betrüger arbeiten in hypervernetzten, globalen Netzwerken und attackieren Unternehmen unabhängig von Ländergrenzen und Branchen. In nur einem Monat wurden 73.000 Geräte, die mit einem betrügerischen Vorfall in einer Organisation in Verbindung gebracht wurden, später bei einer anderen Organisationr registriert. An allen identifizierten Betrugsnetzwerken waren Organisationen aus mehr als einer Region und mehr als einer Branche beteiligt.
  • Global vernetzte Bot-Angriffe zielen auf die Einrichtung von Neukonten ab: Im untersuchten Zeitraum verzeichneten die Bot-Volumina aus den Schlüsselregionen einen starken Anstieg, da Betrüger Maßnahmen zur  Automatisierung nutzen, um ihren Erfolg zu maximieren. Die Bot-Volumina können stark schwanken, da ein Bot-Angriff Millionen von Einzelangriffen darstellen kann. Besonders stark sind Bot-Angriffe aus Kanada, Deutschland, Frankreich, Indien und Brasilien gestiegen.
  • Wachsende Angriffsrate bei mobilen Angriffen: Während die Angriffsraten auf Desktop-Transaktionen (2,7 Prozent) und mobile Transaktionen (2,5 Prozent) fast identisch sind, stieg die Rate bei mobilen Angriffen um 56 Prozent, während Desktop-Attacken um 23 Prozent zurückgingen. Auch innerhalb des mobilen Bereichs gibt es Unterschiede zwischen Browser- und App-Angriffen. Mobile Browser-Transaktionen haben mit einer höheren Angriffsrate zu kämpfen – 4,2 Prozent im Vergleich zu 1,9 Prozent für Apps. Im Gegenzug ist die Angriffsrate für Transaktionen mit mobilen Apps stärker gestiegen, nämlich 171 Prozent – verglichen mit einer Wachstumsrate von 14 Prozent bei Browser-Transaktionen.

Der Austausch von Informationen zu bekannten Betrügern über Branchen und Regionen hinweg ist vor diesem Hintergrund wichtiger denn je. Unternehmen können vernetzte Betrugsfälle bekämpfen, indem sie Netzwerke und Konsortien nutzen, um sich über Cyberkriminalität auszutauschen.

Weitere Zahlen & Fakten zur Cyberkriminalität in Europa in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: LexisNexis Risk Solutions

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