4 von 5 deutschen Firmen mit IT-Ausfall im vergangenen Jahr – ein Drittel mit Datenverlusten

Die Zahl der Firmen, die dezidierte Datensicherheitsmaßnahmen eingeführt haben, nahm innerhalb von zwei Jahren um den Faktor fünf auf 58 Prozent zu.

Der  amerikanische IT-Anbieter Dell Technologies hat kürzlich nach 2014 und 2016 die dritte Auflage seiner Studie Global Data Protection Index veröffentlicht. Wichtigster Befund: Vier von fünf deutschen Unternehmen verzeichneten 2018 eine massive Störung ihrer IT-Infrastruktur mit größeren Datenausfällen.

Besonders alarmierend sind die damit einhergehenden unwiederbringlichen Datenverluste: Ein Drittel der hiesigen Unternehmen (32 Prozent; weltweit: 27 Prozent) waren nicht in der Lage, ihre Daten mit den vorhandenen Backup-Lösungen wiederherzustellen – das sind dreieinhalb Mal so viele wie bei der Erhebung vor zwei Jahren (9 Prozent).

Ein Grund dafür ist das deutliche Plus bei den Datenvolumina: So gab es in den deutschen Unternehmen zwischen 2016 und 2018 geradezu ein explosionsartiges Datenwachstum von 921 Prozent – von durchschnittlich 1,15 auf 10,59 Petabyte, also eine Verzehnfachung.

Die Zahl derjenigen, die dezidierte Datensicherheitsmaßnahmen eingeführt haben, nahm innerhalb dieser zwei Jahre um den Faktor fünf zu: 2016 waren es nur 11 Prozent, 2018 immerhin schon beachtliche 58 Prozent.

Weitere Erkenntnisse der Studie: Fast neun von zehn IT-Entscheidern hierzulande haben den Wert von Daten mittlerweile erkannt (89 Prozent), die Hälfte davon monetarisieren diese bereits (45 Prozent).

Gleichzeitig kämpfen die meisten Befragten aber noch damit, ihre Daten adäquat zu schützen. Denn die schiere Menge an Daten und ihre Bedeutung für den Geschäftsbetrieb bedeuten eine große Herausforderung für die Datensicherung: 83 Prozent der Befragten in Deutschland (weltweit: 76 Prozent) verzeichneten innerhalb des vergangenen Jahres einen IT-Ausfall.

Dabei waren ungeplante Stillstände von Servern und Speichersystemen (50 Prozent) die häufigste Art von Störungen, gefolgt von Ransomware-Angriffen (40 Prozent) und Datenverlust (37 Prozent).

Auch wenn ungeplante Stillstände deutlich häufiger auftreten, so wird ein Datenverlust doch ungleich kostspieliger. In Deutschland verzeichneten Unternehmen, die mit Stillständen zu kämpfen hatten, in den vergangenen zwölf Monaten eine durchschnittliche Ausfallzeit von 22 Stunden, die im Schnitt auf Kosten von 675.000 Euro geschätzt wurde.

Diejenigen, die einen Datenverlust verzeichneten und durchschnittlich über 1,6 Terabyte an Daten verloren, hatten einen wirtschaftlichen Gesamtschaden von rund einer Million Euro zu verkraften. Hinzu kommen weitreichende, über das rein Finanzielle hinausgehende geschäftliche Auswirkungen – angefangen bei verlorenem Kundenvertrauen und Verlusten beim Markenwert bis hin zu Einbußen bei der Mitarbeiterproduktivität.

Weitere Zahlen & Fakten aus dem Global Data Protection Index in der folgenden Infografik – zum Vergrößern zwei Mal anklicken:

Quelle: Dell EMC

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