Krokers RAM: Die Zeiten bei SAP werden jetzt härter – spürbar!

Mein Rant am Morgen: Die gestrigen SAP-Zahlen weisen zumindest indirekt den Weg, in den der Software-Konzern aus Walldorf nach dem Einstieg des US-Investors Elliott marschiert – denn der Druck der Amerikaner nimmt zu.

Gestern hat SAP-Chef Bill McDermott die Zahlen fürs zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt – und dabei überraschend sein Renditeziel aufs nächste Jahr verschoben, was die Börsianer flugs mit drastischen Abschlägen quittierten: Um fast sieben Prozent gab die Aktie der Walldorfer gestern nach.

Bleibt die Frage, ob es hier bereits erste Folgen des Einstiegs von US-Investor Elliott bei SAP sichtbar werden. Bisher sind dessen Pläne nicht ganz eindeutig, wie ich gestern in einer größeren Analyse dargelegt habe: Vom Stillhalten bei Erreichen der Mittelfrist-Marge bis 2023 über eine höhere Dividende bis hin zu einem Aktienrückkaufprogramm reichen die Optionen, die Finanzanalysten jetzt erwarten.

Auf den ersten Blick ist auffällig: Die höher als erwarteten Ausgaben von SAP liegen daran, dass sich in Deutschland statt der ursprünglich angepeilten 1200 Mitarbeiter bei dem laufenden Stellenabbau knapp 1900 Beschäftigte für das freiwillige Abfindungsprogramm registriert haben. Dafür hat SAP nun rund 200 Millionen Euro zusätzlich zurückgelegt.

Ob dies bereits dem Druck von Elliott geschuldet ist? Vermutlich nicht. Auch in der Vergangenheit haben sich bei ähnlichen Vorruhestandsprogrammen in Deutschland wegen der üppigen Abfindungsregelungen mehr Freiwillige gemeldet als ursprünglich geplant. Das SAP-Management nimmt jene Freiwillen jetzt quasi mit. Das wird zwar kurzfristig teurer, spart aber langfristig – und man ist damit für Ellliott „in der Spur“.

Damit gibt die aktuelle Situation allerdings einen klaren Fingerzeig für die Richtung, die da noch kommen mag. Wie mir gut informierte Kreise aus dem Vorstandsumfeld zugetragen haben, macht Elliott aktuell weiter Druck. Denn natürlich wollen die Amerikaner den von SAP selber in Aussicht gestellten Margenzuwachs um fünf Prozentpunkte auf 34 Prozent bis 2023 mitnehmen – mindestens.

Damit ist zumindest eins klar: Die Zeiten bei SAP werden jetzt spürbar härter!

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