Krokers RAM: Die Schockwellen des Huawei-Banns schwappen bis nach Deutschland

Mein Rant am Morgen: Der Bann der US-Regierung in Richtung des chinesischen IT-Giganten Huawei hat auch bei deutschen Zulieferern hektische Betriebsamkeit ausgelöst – bis hin zur Furcht vor einem Flächenbrand in der Tech-Industrie.

Die Entscheidung der amerikanischen Regierung um US-Präsident Donald Trump, den chinesischen Netzwerkausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei auf eine schwarze Liste nicht mehr mit US-Produkten zu beliefernden Unternehmen zu setzen, hält die gesamte Tech-Industrie rund um den Globus seit Anfang der Woche im Atem.

Da verkündete nämlich Google ein Ende der Zusammenarbeit mit Huawei rund um das Smartphone-Betriebssystem Android; weitere Tech-Konzerne wie etwa die Chiplieferanten Qualcomm, Xilinx und Broadcom schlossen sich dem Schritt an.

Auch wenn die US-Behörden Huawei einen Tag später 90 Tage Teil-Aufschub gewährten: Die Schockwellen des Huawei-Banns schwappen längst bis nach Deutschland: Der im DAX notierte Münchner Chiphersteller Infineon etwa beteuerte in einem Statement, sich natürlich der US-Exportkontrolle zu unterwerfen – aber gleichzeitig seine Verpflichtungen gegenüber Kunden einhalten zu wollen.

Dazu durchleuchten die Münchner nach Aussage von Unternehmensinsidern schon seit längerer Zeit ihre gesamte Logistikkette. So überprüfen sie beispielsweise, welche in den USA gefertigte Chips sie durch an anderen Standorten gefertigte Bauteile sie ersetzen können, um dadurch nicht unter die US-Kontrolle zu fallen, wie ich mit meinen Kollegen in einer größeren Geschichte in der aktuellen WirtschaftsWoche berichte.

Ähnlich zurückhaltend wie Infineon geben sich anderer Zulieferer aus der deutschen Tech-Szene. Sie alle eint die Furcht, möglicherweise nicht genau nachweisen zu können, dass der US-Wertanteil in ihren Produkten unter 25 Prozent liegt. Nur dann fallen Güter nämlich nicht unter das amerikanische Embargo.

Wenig verwunderlich also, dass sich auch der ITK-Branchenverband Bitkom besorgt zeigt: „Der sich weiter verschärfende Handelskonflikt kennt auf allen Seiten nur Verlierer“, schreibt Verbandspräsident Achim Berg in einem Statement. „Politik und Wirtschaft sollten alles dafür tun, dass aus diesem Feuer kein Flächenbrand wird, der die gesamte Tech-Welt erfasst.“

Verwandte Artikel:

Krokers RAM: Unternehmenschefs, werdet zum Social CEO!

Krokers RAM: Wider den Digitalisierungs-Blues

Krokers RAM: Für Privatsphäre & Datenschutz müssen wir bei uns selbst anfangen!

Krokers RAM: Warum der Friedhof beerdigter Produkte ein Problem für Google ist

Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*