German Angst schwindet von Jahr zu Jahr – aber Sicherheitsbedenken bei Drohnen & Smart Cities

Fast drei Viertel der Deutschen sind wegen Sicherheitsbedenken für Infrastruktur, Privatsphäre und Datenschutz über Smart Cities besorgt.

Die viel zitierte „German Angst” scheint kontinuierlich zu verschwinden: Denn die Sicherheitsbedenken der Deutschen sind im dritten Jahr in Folge gesunken. Das ist der zentrale Befund des Unisys Security Index 2019, den das amerikanische IT-Beratungsunternehmen Unisys bereits seit mehreren Jahren erhebt. „Kroker’s Look @ IT“ präsentiert die Ergebnisse der diesjährigen Studie vorab exklusiv.

Demnach liegt der deutsche Sorgen-Index mit insgesamt 123 Punkten in diesem Jahr auf einem Rekordtief – und bildet einen der niedrigsten Werte weltweit. Die Studie misst den Index auf einer Skala von 0 bis 300 – wobei der Wert 300 die höchsten Sicherheitsbedenken bedeutet. Der globale Durchschnittswert liegt bei 175 Zählern.

Allerdings geben sich auch die Deutschen nicht komplett sorgenfrei: Sie plagen Sicherheitsbedenken vor allem bei Drohnen, Smart Cities und Großveranstaltungen. So sind mehr als die Hälfte der deutschen Befragten der Meinung, dass Drohnen nicht von privaten Lenkern genutzt werden sollten (56 Prozent).

Vor allem nicht in der Nähe von Flughäfen, da Sicherheitsrisiken für Flugzeuge und Passagiere zu befürchten seien – und Zwischenfälle wie der am Frankfurter Flughafen im Mai verstärken dieses Gefühl offenbar. Für Unbehagen sorgen außerdem Datenschutzbedenken bei privater Drohnennutzung – sprich: die Angst, heimlich fotografiert, gefilmt oder ausspioniert zu werden.

In eine ähnliche Richtung zielen die Befürchtungen bei der Digitalisierung von Städten und Gemeinden: Fast drei Viertel der Deutschen sind ernsthaft über Smart Cities und die entsprechenden Technologien besorgt (72 Prozent). Als Gründe nennen die Befragten Sicherheitsbedenken für Infrastruktur, Privatsphäre und Datenschutz.

Knapp ein Viertel finden Smart Cities alles in Allem unsicher (23 Prozent), ein Fünftel hat zudem Bedenken über die Energieversorgung angesichts der Vernetzung von immer mehr Geräten (19 Prozent). Auch wird befürchtet, dass steigendes Online-Management in Smart Cities dazu führen könnte, dass persönliche Daten in falsche Hände geraten (15 Prozent).

Bei großen Veranstaltungen und im öffentlichen Raum fühlt sich jeder zweite Deutsche offenbar recht sicher und hat noch nie seine Teilnahme-Pläne an großen Events wie Weltmeisterschaften oder Festivals aufgrund von Sicherheitssorgen geändert (52 Prozent). Ein Viertel der Befragten überlegt aufgrund von Sicherheitsbedenken jedoch lieber zweimal, ob es an Großveranstaltungen teilnehmen will (25 Prozent).

Die Ergebnisse der 2018er Befragung gibt’s ebenfalls hier bei mir im Blog. Und weitere Zahlen & Fakten aus dem diesjährigen Unisys Security Index in der folgenden Infografik:

Quelle: Unisys

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